Die beiden Freundinnen und ihr Giftmord by Alfred Döblin

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Döblin, Alfred, 1878-1957 Döblin, Alfred, 1878-1957
German
Hey, have you heard about this wild true-crime story from 1920s Germany? Alfred Döblin, the guy who wrote 'Berlin Alexanderplatz,' tackles a real-life scandal: two young women, Elli and Margarete, who poison a man. But this isn't just a courtroom drama. Döblin gets inside their heads. Why did they do it? Was it desperation, love, or something darker in the society around them? It’s a short, sharp shock of a book that reads like a psychological thriller, but it makes you think about justice, poverty, and how people get pushed to the edge. Seriously gripping stuff.
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Die hübsche blonde Elli Link kam 1918 nach Berlin. Sie war 19 Jahre alt. Vorher hatte sie in Braunschweig, wo ihre Eltern Tischlersleute waren, angefangen zu frisieren. Es passierte ihr ein kleiner Bubenstreich: sie nahm einer Kundin fünf Mark aus dem Portemonnaie. Ging dann auf einige Wochen in eine Munitionsfabrik, lernte in Wriezen aus. War leicht und lebenslustig; es heißt, daß sie in Wriezen nicht asketisch lebte und Sinn für Kneipgelage hatte. Sie kam nach Berlin-Friedrichsfelde. Der Friseur, bei dem sie arbeitete, fand sie fleißig, ehrlich, von sehr gutem Charakter. Er behielt sie bis zu ihrer Verheiratung, ein einviertel Jahr. Daß sie lebenslustig war, entging ihm auch nicht. Bei den Ausgängen mit einer ihrer Kundinnen begegnete sie November 19 dem jungen Tischler Link. * * * * * Elli hatte eine besondere, wenn auch nicht seltene Art. Sie war harmlos frisch, von der Munterkeit eines Kanarienvogels, wie ein Kind lustig. Männer anzulocken, machte ihr Vergnügen. Vielleicht gab sie sich dem und jenem hin: das war Neugierde, Freude, den anderen, das Männchen zu beobachten, dann kameradschaftliches Herumbalgen, das Spaß machte. Sie wunderte sich und fand es lustig, aber komisch, wie wichtig die Männer das nahmen, wie sie sich aufregten. Sie liefen an, man quirlte sie herum, schickte sie weg. Da kam dieser junge Tischler Link. Er war ernst und beharrlich. Er redete von politischen Dingen, die sie nicht verstand, war leidenschaftlicher Kommunist. Er hängte sich an sie. Sie hatte solchen blonden Wuschelkopf, gesunde volle Backen, blickte so vergnügt in die Welt. Sie konnte so übermütig sein, daß ihm das Herz aufging. Er wollte sie zur Frau. Die wollte er neben sich haben. Das war ihr gar nicht komisch. Link fiel aus dem Rahmen der Männer, die sie sonst kannte. Er hatte den Beruf ihres Vaters; sie kannte die Arbeitsdinge, von denen er erzählte. Das beschränkte sie etwas in ihrer Art sich zu geben. Sie konnte nicht mit ihm umspringen wie mit den anderen Männern. Es ehrte und beglückte sie, daß dieser Mann um sie warb; sie war in ihrem Familienniveau. Aber sie mußte sich auch ändern; er legte seine Hand auf sie. Sie berichtete tastend nach Hause: sie habe eine gute und feste Stelle und der Tischler Link, ein fleißiger Arbeiter mit schönem Einkommen bemühe sich um sie. Sie ließ sich von Haus dafür loben. Vater und Mutter freuten sich. Und Elli, wie sie alles überdachte, merkte selbst etwas angenehmes in sich. Sie war ihm eigentlich ganz gut. Er hatte vor, sie zu versorgen; sie sollte eine eigene Wirtschaft führen. Es kam ihr vor: eine Ehe ist etwas furchtbar Drolliges, aber Nettes; er will mich versorgen und freut sich darüber. Sie war ihm eigentlich recht gut. Von gelegentlichen heimlichen Seitensprüngen ließ sie auch jetzt nicht. Link war ihr ganz verfallen. Sie merkte es, je länger sie zusammen waren. Zuerst achtete sie nicht darauf. Männer waren immer so. – Aber dann war es unbequem. Es war auch so stark bei ihm und dann immer gleichmäßig. Und ganz leise stieg etwas in ihr auf: ganz leise verdachte sie ihm dies Wesen. Link hinderte sie, den Faden weiter zu spinnen, den sie angefaßt hatte: er wäre ein ernster Mann, von der Art ihres Vaters, sie wollten eine Familie gründen. Nun sank er auf die Stufe ihrer früheren Liebhaber. Nein tiefer, weil er so an ihr hing, so schrecklich aufdringlich an ihr festhielt. Zu ihrem Ärger, ihrem Schmerz bemerkte sie, mit dem konnte man ja umspringen. Er forderte es geradezu heraus. Sie blieb bei ihm. Es war alles schon im Lauf. Aber es ging ihr je länger je mehr bitter nahe. Es wurmte sie. Dieser...

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Alfred Döblin is best known for his epic city novel Berlin Alexanderplatz, but here he turns his sharp eye to a real-life crime. Die beiden Freundinnen und ihr Giftmord (The Two Girlfriends and Their Poison Murder) is his report on the 1922 trial of Elli Klein and Margarete Nebbe. These two working-class women were convicted of poisoning Margarete's husband.

The Story

The facts are grim. Margarete, trapped in a bad marriage, and her friend Elli plot to kill Margarete's husband using poison. They're caught, put on trial, and sentenced. Döblin doesn't just recount the trial, though. He reconstructs their world—the cramped apartments, the factory jobs, the limited options. He shows us the grinding poverty and social pressure that formed the backdrop to their drastic act. The book asks: are they simply cold-blooded killers, or are they also victims of their circumstances?

Why You Should Read It

What grabbed me was Döblin's approach. He's not a detached journalist. He's a doctor and a writer trying to understand the 'why.' He digs into their friendship, their motivations, and the atmosphere of post-WWI Berlin. It feels less like a legal document and more like getting a front-row seat to a tense, tragic human drama. You're left wrestling with big questions about guilt, responsibility, and how society judges its most desperate members.

Final Verdict

This is a fantastic pick for anyone who likes true crime that goes deeper than the sensational details. If you're interested in early 20th-century history, psychology, or just a compelling, morally complex story told with brilliant clarity, give this a try. It's a powerful, unsettling read that sticks with you.



📜 Usage Rights

This text is dedicated to the public domain. Access is open to everyone around the world.

Ethan Smith
1 year ago

If you enjoy this genre, it challenges the reader's perspective in an intellectual way. I learned so much from this.

John Young
1 year ago

From the very first page, the character development leaves a lasting impact. I would gladly recommend this title.

Mark Hernandez
1 year ago

Great read!

5
5 out of 5 (3 User reviews )

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