Kompendium der Psychiatrie für Studierende und Ärzte by Otto Dornblüth

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Dornblüth, Otto, 1860-1922 Dornblüth, Otto, 1860-1922
German
Ever wonder what doctors in the early 1900s thought about the human mind? I just spent a week with a fascinating time capsule: Otto Dornblüth's 'Kompendium der Psychiatrie'. Forget modern brain scans and therapy sessions—this is psychiatry through a completely different lens. It's a snapshot of a field trying to make sense of mental illness without the tools we have today. Reading it is like listening to a brilliant, dedicated doctor from over a century ago explain his life's work. It's not a light read, but for anyone curious about how far we've come (and what ideas have stubbornly stuck around), it's absolutely gripping. It changed how I see my own anxiety, honestly.
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Vorkehrungen und die Trennung von den körperlich Kranken erfordert. Trotzdem muß die wissenschaftliche und menschliche Auffassung der Geistesstörungen streng daran festhalten, daß es sich dabei um =Krankheiten= handelt, die sich im =Wesen= nicht von anderen, körperlich greifbaren Leiden unterscheiden. Nach den gehirnphysiologischen Erfahrungen der letzten Jahrzehnte kann es keinem Zweifel unterliegen, daß die geistigen Vorgänge besonders an Teile und Veränderungen der Großhirnrinde gebunden sind. Insbesondere ist anzunehmen, daß die Hinterhauptwindungen der Gesichtswahrnehmung, die Schläfenwindungen der Gehörswahrnehmung, die Zentralwindungen und die Scheitellappen den Bewegungsvorstellungen (Erinnerungsbildern der Bewegungs-, Haut- und Muskelgefühle und ihrer Lokalisation) als Sitz dienen. Geschmack und Geruch, die für die geistigen Vorgänge von geringerer Bedeutung sind, verknüpfen sich mit Rindenfeldern der Gehirnbasis. Unzählige Assoziationsfasern verknüpfen die verschiedenen Gebiete und Schichten zu einem gemeinsamen Wirken als Organ der geistigen Vorgänge. Von großer Wichtigkeit für die Theorie der normalen und der krankhaften Geistestätigkeiten ist jedenfalls das Sprachzentrum und seine Beschaffenheit, da sicher die meisten Menschen in Sprachvorstellungen denken. Hier gilt aber ganz besonders, was für die gesamte materielle Erklärung des Denkens und seiner Störungen nie außer acht gelassen werden sollte, daß es sich dabei immer nur um Theorien handelt, die bei aller Wahrscheinlichkeit und bei allem wissenschaftlichen Werte doch keine wirkliche Erklärung für das Beobachtete geben können. Die Psychiatrie als eine Wissenschaft bedarf dieser Aufstellungen und wird dadurch gefördert, die fortschreitende Erkenntnis der geistig kranken Menschen und ihrer Behandlung muß auch unabhängig davon durch klinische Beobachtung und durch reine Erfahrung herausgebildet werden. Eine scharfe Grenze zwischen Geistesgesundheit und Geisteskrankheit gibt es ebensowenig wie zwischen den entsprechenden Körperzuständen. Wie niemals zwei Menschen körperlich völlig gleich sind, und wie kein Maß geschaffen werden kann, um jemand als körperlich normal zu erweisen, so sind auch bei möglichst gleicher geistiger Anlage und Ausbildung die größten Verschiedenheiten möglich. Was bei geistig Hochgebildeten als grobe Abweichung vom Normalen und als klaffende Lücke betrachtet werden muß, kann bei Ungebildeten als durchaus regelrecht erscheinen, und noch größer sind die Verschiedenheiten, wenn an Stelle des ruhigen Denkens die Affekte den Geist beherrschen. Man soll sich daher hüten, jede Abweichung von der bisherigen Erfahrung oder von dem Gewohnheitsbilde ohne weiteres als abnorm oder gar als krankhaft hinzustellen, auch wenn der erfahrene Beobachter geistiger Persönlichkeiten Anklänge an Krankhaftes wahrnimmt. Nur durch Mißbrauch solcher Beobachtungen wird man z. B. das Genie wegen seiner mannigfachen Eigentümlichkeiten dem Irren an die Seite stellen. In der Praxis ist eine willkürliche Trennung zwischen gesund und krank nicht zu entbehren; sie ist Sache der Erfahrung und des Taktes, also nicht durch bestimmte Regeln zu erlernen und daher dem Unkundigen nicht jedesmal als berechtigt nachzuweisen. Zu große Bestimmtheit in derartigen subjektiven Ansichten hat manchem Irrenarzte den nicht ganz irrigen Vorwurf zugezogen, sein Gebiet unrechtmäßig ausdehnen zu wollen. Mit gutem Grunde stellt daher die neuere Psychiatrie ein eigenes Gebiet der »Grenzzustände« auf. II. Geschichtlicher Überblick. Geistesstörungen sind zu allen Zeiten vorgekommen und beobachtet. Das Alte Testament berichtet sie von Saul und von Nebukadnezar, die griechischen Dichter erzählen ihr Vorkommen bei Ajax, Ödipus, Orestes, bei den Töchtern des Königs Proitos, die von Juno irrsinnig gemacht waren; die Skythen glaubten sich eines Tages in Weiber verwandelt. Im allgemeinen betrachtete man das Irresein als Folge göttlicher Strafen oder teuflischer Einwirkungen. Hippokrates, 460-377 v. Chr., leitet zuerst die Seelenstörungen aus körperlichen Ursachen her und bringt sie mit Krankheiten des Gehirns in Verbindung; bei ihm finden sich »Manie« und »Melancholie« als allgemeine Bezeichnungen für Irresein; seine Behandlung besteht in Diät, Gymnastik, kalten Übergießungen, Verabreichung von Alraunwurzel (Atropa Mandragora), Helleborus u. s. w. Asklepiades, Cälius Aurelianus, Celsus, Galenos u. A. beschreiben die einzelnen Formen des Irreseins genauer; Asklepiades erwähnt die psychische Behandlung und verwirft eingreifende Mittel,...

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This isn't a novel with a plot, but it tells a powerful story about a moment in history. Otto Dornblüth's 'Kompendium der Psychiatrie' is a textbook written for German medical students and doctors in the late 19th and early 20th centuries. Its 'story' is the state of psychiatric knowledge at the time. It systematically lays out how conditions like 'hysteria,' 'melancholia,' and 'dementia praecox' (what we'd later call schizophrenia) were understood, diagnosed, and treated. You walk through the categories of illness, the physical symptoms doctors looked for, and the prevailing theories about their causes, which often blended brain biology with ideas about 'nerves' and heredity.

Why You Should Read It

You should read this not for current medical advice, but for perspective. It's humbling and startling. You see the sincere effort to bring order to human suffering, but also the stark limitations. Some passages feel surprisingly compassionate, focusing on patient observation. Others are products of their time, with terminology and explanations we now find problematic. Reading it makes you appreciate modern psychiatry's advances while also questioning which of today's 'certainties' might look just as dated in another hundred years. Dornblüth's voice is clear, authoritative, and totally convinced of his framework—it's that confidence that makes it such a compelling historical document.

Final Verdict

This book is a specialist's treasure, but it has wider appeal. It's perfect for history of medicine buffs, psychology students curious about their field's roots, or writers seeking authentic period detail for a pre-WWI setting. It's not for someone looking for a casual narrative. Think of it as a primary source, a direct conversation with the past. If you're open to that, 'Kompendium der Psychiatrie' offers a unique and thought-provoking window into the mind of medicine itself.



📚 License Information

Legal analysis indicates this work is in the public domain. Preserving history for future generations.

Brian Lee
6 months ago

I stumbled upon this title and the storytelling feels authentic and emotionally grounded. This story will stay with me.

Liam Miller
2 months ago

I was skeptical at first, but the clarity of the writing makes this accessible. This story will stay with me.

Daniel Clark
9 months ago

Fast paced, good book.

Joshua Robinson
1 year ago

Very interesting perspective.

Jennifer Clark
10 months ago

If you enjoy this genre, the pacing is just right, keeping you engaged. Exactly what I needed.

5
5 out of 5 (7 User reviews )

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