Die Engel mit dem Spleen by Kasimir Edschmid

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Edschmid, Kasimir, 1890-1966 Edschmid, Kasimir, 1890-1966
German
Ever felt like the world is just too much? That's where we find our main character in 'Die Engel mit dem Spleen' (The Angels with the Spleen). This isn't your typical angel story—forget harps and halos. Kasimir Edschmid drops us into a world where celestial beings are just as messed up and disillusioned as we are. The big question here isn't about saving the world, but about saving yourself from utter boredom and meaninglessness when you're supposed to have it all figured out. It's a weird, wonderful, and surprisingly relatable look at divine burnout.
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Erzen zu bringen, nichts scheint bewunderswerter als ein kaltes Herz. Diese Geschichte in der Tat, welche aus der mathematischen Sicherheit eines Zeitalters hinausführt, von dem uns erst zehn Jahre zu trennen scheinen, das uns aber legendär wie ein Roman Jules Vernes erscheinen will, hat die fatale Absicht, sich in Gegenden zu verirren, die heute an der Tagesordnung, früher kaum in Romanen sichtbar waren. Ich fürchte, man wird mit phantastischen Darstellungen langweilen oder sich stets dann lächerlich machen, wenn die Gegenwart die unglaubhafteste Phantasie selbst ist. Ohne Zweifel wäre es richtiger, nur engelhafte Wesen in dieser Zeit darzustellen, wo Frauen uns dadurch entwürdigt werden, daß wir sie bei allen jenen abscheulichen Maschinen an die Arbeit geschmiedet finden, die das letzte Jahrhundert zu erfinden die Bosheit hatte, und daß wir kaum erschrecken, wenn wir sie mit den Wahlzetteln in der Hand auf dem Weg finden, unsere Schicksale, den Staat, ja sogar die Führung der Kriege und Grausamkeiten zu beeinflussen. Einer derart barbarisch verwilderten Zeit gehörten Frauenbilder, die wie in Walter-Scott-Romanen jene Anmut hätten, deren Anblick allein vergöttlichte Gedanken hervorruft. Die wahre Literatur hat immer nur Frauen dargestellt, die uns beglücken und die Herzen wie beim Anblick einer hinreißend süßen Natur erheben sollen oder solche, die sich durch das Böse, das sich in ihrer Schönheit, wenn es einmal in sie eingedrungen ist, nur um so verhängnisvoller auswirkt, zu unserer Vernichtung verschworen haben. Die Sitten der Nationen waren immer von solcher Haltung, daß sie, sofern sie die Frauen nicht die Äcker bebauen ließen, ihnen jedenfalls die Freiheit nahmen, in jenem Sinne frei zu sein, der für eine Frau den Untergang bedeuten muß. Eine Frau darf nicht über jene Schwelle treten, wo sie das Geheimnis ihrer erhabensten Wirkung verlieren muß. Eine Frau, die einer tragischen Schuld unterliegt, und jene Mädchen, welche mit den herrlichsten Gedanken der Sehnsucht auf den Lippen sterben, sind immer von dem verehrungsvollen Zauber verhüllt, den die männliche Gesellschaft bei den Frauen als ein Erbteil des Rittertums anbetet, welches seine Stärke demütig zu machen suchte, wo es jene wundervolle Schwäche fand, welche Frauen so unermeßlich erhebt. Die Literatur täte gut daran, wo heute die einen Frauen leiden, weil sie ihre Angehörigen auf den Schlachtfeldern getötet sehen oder die anderen in den Fabriken sie um die Sonne geschunden oder die meisten sie am Hunger zu Grunde gehen sehen, nur Frauen von einer unermeßlichen Lichtkraft darzustellen, deren Anblick allein erhebt. Allein, wo die Furien der sozialen Aufklärung oder die Agentinnen der kriegerischen Verhetzung durch die Straßen jagen und dafür noch sich bezahlen lassen, scheint es nicht weniger für die Entdeckung der Geographie des menschlichen Herzens bedeutsam, einen Heroismus in der Literatur wieder darzustellen, der aus Spielerei und Spleen sich entfaltete und dabei keineswegs geringer an Freude und Schmerzen zugeteilt bekam als andere. Die Zeiten jener unbeschreiblichen Leidenschaft, welche Nonnen und Krieger, oder Arme und Adlige, sich verbluten ließ, sind verschwunden in dem Augenblick, wo man der Frau als sichtbarsten Fortschritt die Erlaubnis gab, sich der Freiheit des Mannes zu bedienen, und damit die Frauen vernichtete. Die Frauen mußten in einer Freiheit zerstört werden, die sie zu albernen Karrikaturen der Männer erniedrigte oder ihnen jenen zarten Reiz nahm, der sie manchmal himmlisch wirken ließ und der in ihrer Unfähigkeit, auf sich selbst gestellt zu leben, bestand. Indem man den Frauen die Brutalität gab, sich Eisenbahnplätze vor dem Mann zu erobern oder ihn auf dem Motorrad zu überholen, tat man das gleiche, wie wenn man den Engeln Grünewalds Revolver oder den Jungfrauen Holbeins Strümpfe in die Hand gegeben hätte, man tötete sie. Man vernichtete die Leidenschaften und gab unruhvollen Herzen auf, sich Rebusse zu erfinden, um...

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First published in 1924, this book comes from a time of massive artistic upheaval in Germany. Edschmid was a key voice in the Expressionist movement, which means he was less interested in painting a pretty picture and more in screaming the raw truth of human feeling onto the page.

The Story

The plot follows a group of angels who are, frankly, having a crisis. They're stuck in a heavenly routine that feels empty and pointless. Instead of bliss, they're filled with a deep, gnawing 'spleen'—a old-fashioned word for melancholy, boredom, and restless dissatisfaction. The story watches as they drift through their eternal existence, grappling with this divine angst and searching for some spark of real feeling in a perfect, and therefore perfectly dull, world.

Why You Should Read It

What grabbed me was how modern this century-old feeling is. We all know that sense of 'Is this it?' even when things are supposedly good. Edschmid takes that universal human mood and projects it onto the ultimate symbols of peace and purpose—angels. It's a brilliant, ironic twist. The writing is intense and poetic, sometimes chaotic, but it perfectly mirrors the confused emotions of its characters. You don't just read their boredom; you feel it in your bones.

Final Verdict

This is a book for the contemplative reader who likes their classics with a side of strange. Perfect for anyone who's ever questioned the point of it all, fans of early 20th-century European literature, or readers who enjoy philosophical fiction that's more about mood than action. It's a short, potent shot of celestial gloom that's weirdly comforting.



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