Nicht da, nicht dort by Albert Ehrenstein

(2 User reviews)   2150
Ehrenstein, Albert, 1886-1950 Ehrenstein, Albert, 1886-1950
German
Ever feel like you don't quite belong anywhere? That's the haunting heart of Albert Ehrenstein's 'Nicht da, nicht dort' (Not Here, Not There). This isn't a simple story with a clear plot—it's a raw, poetic scream from the soul of someone caught between worlds. Written in the shadow of World War I, it captures the profound dislocation of a generation that saw their old world vanish. If you've ever felt untethered or searched for a home that doesn't seem to exist, this book's fragmented, beautiful despair will feel strangely familiar. It's a short, intense punch to the gut from 1916 that still lands today.
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Franzosen saß ihnen schon vor der Revolution im Beaumarchaistemperament. Mit Eulenspiegeleien und Münchhausiaden, mit Streichen und Abenteuern in Sagen und Anekdoten, entschädigten die Deutschen sich für ihre verlorene Wirklichkeit, ehe ihnen Jean Paul mit der Laterne des gravitätischen Kleinstädters den Nachthimmel einer kosmischen Komik entzündete, in der Endlichkeit und Unendlichkeit durcheinanderrannen. Ebenso fand der Humor in der russischen Dichtung seine Probleme bereits im russischen Leben vor: in jener grotesken Unvereinbarkeit eines asiatischen und eines europäischen Daseins, die durch die petrinische Kultur von Staats wegen überwunden werden sollte, während sie gerade von dieser Kultur geschaffen wurde, und die nun aus dem einzelnen Massen, der von Hause aus ganz Natur war, durch Dressur eine Karikatur machte, deren Widersprüche sich nicht auf das Kostüm beschränkten, sondern in der Seele fortsetzten. Es war ein Humor, der zunächst in der Wirkung auf uns liegt. Peter der Große selbst ist als Gestalt der Geschichte von dieser Wirkung nicht frei. Schon seine große Reise ins Ausland, die Rußland in Europa berüchtigt machte, hatte die bekannten komischen schahhaften Züge. Und wenn er dann später seinen Russen die Bärte scheren ließ, wenn er nur rasierten Adel an seinem europäisierten Hofe duldete, andererseits aber sich als russischer Selbstherrscher nicht scheute, nach gewonnener Schlacht aus Freude über den Sieg seinen Soldaten im Lager höchsteigenbeinig einen Kasatschak vorzutanzen, dann waren dies Gegensätze, deren Humor in ihrer Naivität lag. Aber schon ein Menschenalter nach Peter wurde dieser Humor zum Symbol in einem Manne, der nicht mehr den Ernst Peters besaß, der die Pioniertradition, die Peter für Rußland hatte schaffen wollen, durch eine Scharlatantradition unterbrach und den Russen das Beispiel eines Schwindels hinterließ, der sich in öffentlichen Angelegenheiten an alles Russische heftete und bei dem Rußland sich immer am wohlsten fühlte. Der Mann war Potemkin. Auch Potemkin hat eine Reise berühmt gemacht. Aber schon dadurch unterschied sich die Reise der Katharina von derjenigen Peters, daß Peter nach Europa ging, um zu lernen, Nützliches zu sehen, Erfahrungen heimzubringen, Katharina dagegen nach dem Neurußland ihres Potemkin nur gefahren zu sein scheint, um dem Günstling und Liebhaber die Gelegenheit zu dem großen Betruge zu geben, der seinen Namen mit allem russischen und menschlichen Scheinwesen dauernd verbinden sollte. Die Kulissen, mit denen Potemkin damals seiner Kaiserin ein reichbesiedeltes wohlhabendes glückliches Land vortäuschte, sind in Rußland nie gefallen. Ganze Gouvernemente wurden zu den Blendzwecken dieser Reise entvölkert. Bauern, Herden, Mensch und Vieh wurden an die Fahrstraße getrieben, über die der Reisezug kommen sollte. Höchste Zufriedenheit der Kaiserin war der Lohn für Potemkin. Tiefstes Elend der Bevölkerung war die Folge für seine Provinz. Doch dies war immer gleichgültig in Rußland. Am wohlsten fühlte Potemkin sich später als Satrap der Krim, in fanariotischen Launen und bei echtrussischer Unmäßigkeit, im Kreise von Mätressen und Musikanten, Schauspielern und Ballettänzern, und bei Gelagen, wo man ihn, den ordengeschmückten Mann, wie ein französischer Bericht der Zeit über ihn erzählt, nacheinander einen Schinken, eine gesulzte Gans und drei Hühner, dazu durcheinander Met, Kwas und allerlei Wein vertilgen sehen konnte. Und doch war auch dieser slawische Gargantua nicht ohne die grübelnden und unberechenbaren Anwandlungen des echten Russen, war bei aller fetten Gewöhnlichkeit ein sehr zusammengesetzter Mensch. Wie ein orientalischer Großkönig konnte er fragen: Wer ist glücklicher als ich? Aber wie ein dekadenter Bojar erhob er sich gleich darauf, nahm ein köstliches Porzellan in die Hand, sah es hamletisch an und – warf es in Scherben, um eilends davonzugehen und für Stunden sich einzuschließen. Sein Hirn war unzufrieden vor Plänen, die sich nicht verwirklichen ließen. Er selbst war, ewig genießend zwar, aber auch ewig unternehmend. Als dann die politische Not herandrängte, wurde er freilich sehr klein. Im Türkenkriege...

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Let's be clear from the start: don't pick up 'Nicht da, nicht dort' looking for a traditional novel. You won't find a linear plot or characters with tidy backstories. What you get is something more visceral—a series of poetic, often despairing fragments that feel like pages torn from a lost diary.

The Story

There isn't a single story in the conventional sense. Instead, Ehrenstein gives us the emotional landscape of a narrator (and a generation) utterly adrift. The book moves through scenes of urban alienation, memories of a lost childhood, and nightmares of war and decay. It's less about what happens and more about how it feels to exist in a world that has lost its meaning, to be suspended between a destroyed past and a frightening future.

Why You Should Read It

I was blown away by how modern this 1916 book feels. Ehrenstein's expressionist style—all jagged edges and intense emotion—perfectly captures a very contemporary anxiety: the feeling of rootlessness. His language is stark, sometimes shocking, and incredibly powerful. Reading it is like listening to a haunting piece of music; the meaning isn't always in the words, but in the overwhelming mood it creates. It’s a brilliant, painful snapshot of a psychological state.

Final Verdict

This book is perfect for readers who love poetry, experimental fiction, or early 20th-century history. If you enjoy writers like Kafka or the raw emotion of expressionist art, you'll find a kindred spirit in Ehrenstein. It's a challenging, bleak, but unforgettable read for anyone who's ever asked, 'Where do I belong?'



✅ Public Domain Content

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Amanda Martin
3 weeks ago

I was skeptical at first, but the arguments are well-supported by credible references. I would gladly recommend this title.

Susan Harris
8 months ago

A bit long but worth it.

5
5 out of 5 (2 User reviews )

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