Das Kind: Novelle by Ernst Eckstein

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Eckstein, Ernst, 1845-1900 Eckstein, Ernst, 1845-1900
German
Ever wondered about the secrets a small town might hold? In Ernst Eckstein's 'Das Kind,' a single child's mysterious appearance sends shockwaves through a quiet German community. Everyone has a theory, but nobody knows the truth. Is this child a lost soul, a runaway, or something far more complicated? The story pulls you into a world where gossip spreads faster than facts, and every neighbor becomes a suspect. It's a short, gripping read that makes you question how well we really know the people living right next door. Perfect for when you want a classic story that feels surprisingly modern.
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ausgezeichnet~. Im Original fetter Text ist =so dargestellt=. Weitere Anmerkungen zur Transkription befinden sich am Ende des Buches. Engelhorns Allgemeine Romanbibliothek. Eine Auswahl der besten modernen Romane aller Völker. Neunter Jahrgang. Band 22. Das Kind. Novelle von Ernst Eckstein. [Illustration] Stuttgart. Verlag von J. Engelhorn. 1893. Alle Rechte, namentlich das Uebersetzungsrecht, vorbehalten. Druck der Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart. Erstes Kapitel. Graf Authenried trat, zur Abfahrt gerüstet, ins Speisezimmer, wo sich die übrigen Hausgenossen gerade vom Frühstück erhoben. Er selbst hatte in großer Hast ein paar Tassen Thee hinunter gestürzt, einen Zwieback zerbröckelt und Hals über Kopf Toilette gemacht, um noch rechtzeitig den Personenzug in Hoyersbrück zu erreichen. Der Landauer mit den zwei Edelrappen stand seit zehn Minuten schon vor der Einfahrt. »Amüsiert euch gut!« sagte der Graf und stülpte den braunen Filz mit den Spielhahnfedern über das volle, etwas ungebändigte Haar. »Gegen halb neun bin ich, so Gott will, zurück! Somsdorff, ich bitte mir aus, daß Sie nicht gar zu viel musizieren und Litteratur schwatzen, wenigstens nicht vor den Bücherregalen! Führen Sie meine Frau hübsch hinaus in den Park; meinetwegen nach Gehlberg oder den Fluß entlang! Von dem ewigen Sitzen wird sie noch melancholisch. Hörst du, Adele? -- Adieu! Adieu, lieber Somsdorff! Adieu, Kleine! Adieu, Miß Harriet!« Das alles ward eilig und wie im Bann einer gewissen Zerstreutheit hervorgestoßen. Die letzten Worte galten der fünfjährigen Tochter des Hauses und ihrer englischen Gouvernante, die sich jetzt ehrerbietig verneigte, nachdem die Thüre längst schon hinter dem Grafen ins Schloß gefallen. Das Kind hatte nur flüchtig genickt und »Gute Reise!« gemurmelt; es mochte wissen, daß sein Papa kein Freund von Umarmungen und ähnlichen Sentimentalitäten war, besonders nicht, wenn er sich so mitten im Strudel seiner »fachmännischen« Interessen befand. Und diese Interessen nahmen ihn jetzt wieder völlig in Anspruch. Mit Leib und Seele ritt er sein Steckenpferd, über dem er fast alles vernachlässigte, was sonst den Menschen wichtig und teuer ist: die leidige Numismatik. Gräfin Adele wenigstens hatte der sonst so harmlosen Wissenschaft dieses Epitheton beigelegt: denn die Münzkunde verschlang bei Gerold Graf Authenried mehr und mehr den Gatten, den Vater, den Menschen. Es war eine Monomanie, gegen die sich mit ruhiger Vernunft ebensowenig ankämpfen ließ, als mit Freundlichkeit oder vollends mit Trotz. Ab und zu ebbte die Monomanie; dann kamen Tage der Ausspannung, die der Geselligkeit und dem Sport, vornehmlich der Jagd, gewidmet, oft auch mit Zechgelagen und sonstigem unerquicklichen Treiben ausgefüllt wurden. Für die Familie aber hatte Graf Gerold nichts übrig; sobald er sich mit Adele und seinem Töchterchen auch nur für Stunden allein sah, ergriff ihn eine seltsame Unrast, ein Drang, diesen Kreis zu erweitern, Elemente hereinzuziehen, die ihn besser und stärker beschäftigten, als die sanfte, in seiner Gegenwart etwas schweigsame Frau und das blonde, plappernde Püppchen. Uebrigens fing auch die kleine Josefa schon an, ihr lebhaftes Plauderbedürfnis einzudämmen, sobald sich der Vater zeigte, und ganz zu verstummen, sobald sie ihn unter dem Bann seiner Numismatik wußte. Die fremde Vokabel war ihrem Ohre geläufig geworden, noch eh' ihre Lippen sie aussprechen konnten. Graf Authenried wollte über Hoyersbrück nach Groß-Zeschau, der benachbarten Kreisstadt, wo vor kurzem der alte Rektor der berühmten Lateinschule Alma Ruperta, Professor Doktor Justus Spelhagen, Verfasser eines epochemachenden Werkes »~De aureo Caracallae~«, verstorben war und eine zwar kleine, aber sehr wertvolle Münzsammlung hinterlassen hatte, die heute zur öffentlichen Versteigerung gelangte. Der Pfarrer von Hoyersbrück, der sich gleichfalls für Numismatik interessierte, hatte den Grafen zuerst auf diese schöne Gelegenheit, sein Münzkabinett zu vergrößern, aufmerksam gemacht und sich erboten, ihn nach dem Schauplatze der Auktion zu begleiten, was Authenried mit großer Lebhaftigkeit acceptierte, schon deshalb, weil er so während der...

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If you're looking for a quick, classic read with a modern-feeling mystery, let me tell you about 'Das Kind' (The Child). This novella by Ernst Eckstein might be over a century old, but its central question is timeless: what happens when a stranger disrupts a closed community?

The Story

The plot is simple but powerful. A young, unknown child appears in a small German town. No one knows where they came from or who they belong to. The townspeople react in all the ways you'd expect—with curiosity, suspicion, and plenty of gossip. As rumors fly, the child's quiet presence acts like a mirror, reflecting the fears, prejudices, and hidden histories of everyone around them. The real mystery isn't just about the child's origin, but about what the town's reaction says about human nature itself.

Why You Should Read It

What grabbed me was how Eckstein builds tension not with action, but with atmosphere and social observation. The child is almost a silent character, yet their presence forces everyone else to speak—and often, to reveal their worst selves. It's a sharp look at how communities can turn on the unfamiliar, a theme that feels just as relevant now as it did in the 1800s. The writing is clear and focused, pulling you right into the heart of the town's unease.

Final Verdict

This book is for you if you love character-driven stories and historical fiction that doesn't feel dusty. It's also a great pick for readers who enjoy psychological tension more than physical danger. Think of it as a deep, short dive into a moral puzzle. You'll finish it in an afternoon, but the questions it raises might stick with you for much longer.



⚖️ License Information

This book is widely considered to be in the public domain. Preserving history for future generations.

Emma Robinson
1 year ago

Not bad at all.

Michelle Torres
1 year ago

This book was worth my time since the clarity of the writing makes this accessible. Don't hesitate to start reading.

Deborah Moore
1 year ago

Great reference material for my coursework.

Jennifer Smith
9 months ago

After hearing about this author multiple times, it challenges the reader's perspective in an intellectual way. Truly inspiring.

Oliver Hernandez
8 months ago

Based on the summary, I decided to read it and it creates a vivid world that you simply do not want to leave. Don't hesitate to start reading.

5
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