Sämtliche Werke 13 : Politische Schriften by Fyodor Dostoyevsky

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Dostoyevsky, Fyodor, 1821-1881 Dostoyevsky, Fyodor, 1821-1881
German
Ever wonder what the guy who wrote Crime and Punishment thought about real-world politics? This book is your answer, and it's wild. This isn't a novel; it's Dostoyevsky's raw, unfiltered brain-dump on Russia's soul, the West, and the radical ideas that terrified him. Reading these essays feels like grabbing coffee with a brilliant, deeply troubled prophet who saw the 20th century's ideological storms brewing decades early. It’s messy, often infuriating, and completely fascinating—a master storyteller wrestling with the biggest questions of his time, with all his genius and his flaws on full display.
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Gesichtspunkte, welche Kreise und Stimmungen die Begründung bestimmten. Macht verband sich freilich immer mit ihr. Es war für die Zaren eine besonders lockende Vorstellung, Selbstherrscher in der Stadt desselben Konstantin zu werden, der einst verkündet hatte, daß der Wille des Kaisers Kanon für das Volk sei. Ebenso fühlte sich die Beamtenschaft, die höfische und politische Bürokratie, schon durch ihre Gewaltneigungen zu der Stätte hingezogen, wo der Zeremonialstaat, aber auch der Polizeistaat entstanden war. In einem verwandten und nur geheiligteren Drange sehnte sich die Orthodoxie danach, wieder in die Stadt des ökumenischen Patriarchen einziehen zu können, in der vordem das erste Kyrie eleison erklang. Byzanz gab dem Russischen Reiche seinen theokratischen Stil. Wie die mittelalterlichen Deutschen aus Rom das Romanische herüberholten, so nahmen die Russen in Byzanz das Griechische auf. Während den Rumänen auf dem Balkan das freilich entartete und verkümmerte Erbe des Lateinertums zufiel, übernahmen die Russen für das Slawentum die reichere und stolzere Überlieferung des oströmischen Hellenismus. Byzanz wurde nach Rußland übertragen: und nicht nur in den Symbolen, sondern vor allem in den Instinkten und Prinzipien. Nach jener symbolischen Vermählung mit der letzten Palaiologin, die man Sophia hieß, wie die große Kathedrale von Ostrom, wurden Wappen und Herrschertitel, byzantinische Etikette, aber auch byzantinisches Patriarchat, Klerikalverfassung, Klosterleben, byzantinisches Recht, das an die Stelle des normannischen trat, nach Rußland hinübergeführt. Und so fest wuchs in Moskau die Autokratie mit der Orthodoxie zusammen, so sehr wurde das Byzantinische zur Grundlage des Reichsgefüges wie Volkstums, daß man es schließlich gar nicht mehr als Byzantinismus, sondern als autochthones, altheiliges, echtrussisches Gut empfand. Und schon diese kirchen- und machtpolitische Begründung begleitete ein nationalistisches Empfinden: Kyrill und die Slawenapostel, die Schöpfer des russischen Alphabets und der altslawischen Kirchensprache, vereinigten Russentum und Byzantinertum in einer slawophilen Gesinnung, die später, als Rußland in seine historischen Gegensätze zum europäischen Westen wie zum islamitischen Orient geriet, als panslawistisches Bewußtsein der russischen Politik ihr geschichtliches Ziel geben sollte: mit dem Besitz von Byzanz diese ganze Entwicklung abzuschließen. Die Eroberung von Byzanz ist früh versucht worden. Es waren noch griechische Kaiser und bulgarische Zaren, die russische Großfürsten vom Balkan zurückschlugen. Dann kam die Zeit, in der die Mongolen über Rußland herrschten. Damals entschwand Byzanz völlig den russischen Blicken. Auf die Mongolen aber folgten im Süden von Rußland die Tataren und schoben sich trennend zwischen Moskau und den Balkan. Diesem Tatarengürtel, dem Khanat der Krim, das seine Macht um den nördlichen Rand des Schwarzen Meeres lagerte, verdanken die Balkanslawen heute, daß ihre Nationalität sich erhielt, die ohne diese Trennung vom Großslawentum in diesen Jahrhunderten der Russifizierung verfallen wäre. Als aber Moskau, als das Großrussentum, das im Großslawentum die politische Führung übernahm, wieder politische Bewegungsfreiheit erhielt und von neuem den Blick nach Byzanz hinüberwandte, da waren hier inzwischen große Veränderungen geschehen. Die Türken waren den Russen zuvorgekommen: Byzanz war mohammedanisch geworden. Kaum ließ sich in dieser Zeit das Schutzrecht über die Balkanslawen und Balkanchristen aufrechterhalten und wenigstens andeuten, das erst Peter der Große wieder gegen die Türkei ausgespielt hat, und das bis zum letzten russisch-türkischen Kriege von der russischen Politik bald mehr diplomatisch, bald mehr ideologisch ausgespielt worden ist. Es wurde früh Prinzip dieser Politik, Prinzip von Instinkten der Rasse, die ihre historischen Hemmnisse wie Möglichkeiten herauswitterte, sich immer auf der Linie des geringeren Widerstandes vorwärts zu bewegen: sinkender Staaten oder wilder, niederer, jedenfalls schwächerer Völkerschaften. Und vorläufig lag diese Türkei, der gelungen war, was Rußland versäumt oder verfehlt hatte, und die damals Ungarn, Polen, Wien bedrohte, entschieden nicht auf dieser Linie des geringeren Widerstandes, auf der die russische Politik ihre größten Erfolge erringen sollte. Vorläufig, in einer Zeit, als Europa in den Wirren...

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Forget about Raskolnikov for a minute. Politische Schriften collects Dostoyevsky's essays, articles, and diary entries from his later years. There's no plot in the traditional sense. Instead, you follow the author's own frantic mind as he reacts to the news, argues with intellectuals, and tries to diagnose what he saw as Russia's spiritual sickness. He attacks socialism, liberalism, and the Catholic West with equal fury, while championing a mystical, almost painful, love for the Russian people and the Orthodox faith. The 'story' here is the drama of a nation at a crossroads, told by its most anxious and insightful observer.

Why You Should Read It

You should read this to see the engine room of Dostoyevsky's fiction. The same obsessions—guilt, faith, suffering, and redemption—that power his novels are here, stripped of their fictional disguises. It's profoundly illuminating, even when he's being stubborn or outright wrong. You get the sense of a man shouting into a gathering storm, warning about ideologies that would later reshape the world. It makes his fictional characters feel even more real, knowing the real-world convictions that shaped them.

Final Verdict

This is not for casual readers or someone looking for a story. It's perfect for superfans of Dostoyevsky who want to complete the picture, or for anyone interested in the gritty, personal side of 19th-century political thought. If you've ever finished The Brothers Karamazov and immediately wanted to argue with the author about it, this is your chance. Prepare for a challenging, provocative, and deeply human conversation with one of history's most complicated literary minds.



🔓 Free to Use

This book is widely considered to be in the public domain. Enjoy reading and sharing without restrictions.

Ashley Hill
4 months ago

The fonts used are very comfortable for long reading sessions.

Kevin Wilson
1 year ago

A bit long but worth it.

Anthony Anderson
5 months ago

Very helpful, thanks.

Noah Torres
8 months ago

Perfect.

Michelle White
11 months ago

I started reading out of curiosity and the arguments are well-supported by credible references. Exceeded all my expectations.

5
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