Die Bären von Hohen-Esp: Roman by Nataly von Eschstruth

(3 User reviews)   3507
Eschstruth, Nataly von, 1860-1939 Eschstruth, Nataly von, 1860-1939
German
Have you ever stumbled across an old family secret that changes everything? That's what happens in 'Die Bären von Hohen-Esp.' It's a German historical novel from the late 1800s, but don't let that scare you off. The story follows a young woman who returns to her ancestral home, Hohen-Esp, only to find it shrouded in mystery and a strange legend about bears. It's not about actual bears, of course—it's about the family's hidden past. Think of it as a gothic mystery wrapped in a family drama, where every whispered secret in the old castle corridors leads to another question. If you like stories about buried truths and the weight of history, you'll get pulled right in.
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die weißbuschigen Augenbrauen noch grimmiger zusammengezogen wie sonst. »Gundula kann Gott danken, daß der Bär von Hohen-Esp sie zum Weibe begehrt! Ist wohl kein Nest so weich gepolstert wie das seine, und wenn man den Grafen ansieht, lacht selbst solch altem Kerl wie mir das Herz im Leibe; wieviel mehr meiner jungen Tochter, die sich ihr Männerideal nach Romanbüchern gebildet hat! Na, und in den Büchern sind die gräflichen Freier meist jung, schön, reich und ritterlich, just so wie Friedrich Karl von Hohen-Esp!« -- Die alte Dame, welche dem Sprecher gegenübersaß, richtete sich noch straffer empor und legte die großen, kräftigen, schneeweißen und ungeschmückten Hände im Schoß zusammen. Ihre klaren, durchdringend ernsten Augen hefteten sich ruhig auf die hünenhafte Gestalt des Bruders, welcher auf seinen Krückstock gestützt vor ihr stand und sie schier herausfordernd anblickte. »Jung, schön, reich und ritterlich!« wiederholte sie langsam, »ja, das ist er, -- aber er ist noch mehr, und dieses >mehr< will mir nicht behagen.« »Und das wäre, meine Allergnädigste?« Der Kammerherr mußte sich des gichtgeschwollenen Fußes wegen auf den Stock stützen, er konnte nicht den grauen Schnauzbart seiner Angewohnheit gemäß mit ungestümem Ruck emporstreichen, aber seine Muskeln arbeiteten desto kräftiger in dem scharfgeschnittenen Gesicht, so daß sich die starren Haare auf der Oberlippe sträubten wie in zornigem Aufbegehren. Alle fürchteten dieses Anzeichen bei dem alten Herrn, nur Fräulein Agathe von Wahnfried nicht. Sie glättete mit der Hand die rauschenden Seitenfalten ihres Kleides und antwortete voll unerschütterlicher Ruhe: »Graf Friedrich Karl ist leichtsinnig. Er ist durch und durch Lebemann, -- die große Welt, in welcher er, der Frühwaise, so jung schon, selbständig ward, droht sein Verderben zu werden.« »So! -- Inwiefern, wenn man fragen darf?« »Weil er sich ruiniert, -- weil er über seine Verhältnisse lebt!« Der Kammerherr lachte hart auf. »Ein Hohen-Esp sich ruinieren! Ein Hohen-Esp über seine Verhältnisse leben! -- Ahnst du, wie reich der Mann ist?« »Man kann in einer einzigen Nacht Hunderttausende verspielen!« »Tut er aber nicht!« »Tut er doch! -- Der Graf ist ein leidenschaftlicher Spieler. Möglicherweise hat er bis jetzt Glück am grünen Tisch gehabt, -- wenn das aber einmal aufhört, wird er sich und die Seinen rücksichtslos an den Bettelstab bringen!« »Lächerlich! -- Es gibt keinen vernünftigeren Mann wie Hohen-Esp! Bei Whist und Ekarté macht man sich nicht bankrott! Ich als Mann dürfte wohl mit den Gepflogenheiten des Grafen besser Bescheid wissen, wie eine alte Jungfer! Was in deinen Weiberkaffees zusammengeklatscht wird, kümmert mich nicht!« »Ich habe nie mit einer Dame über den Freier deiner Tochter gesprochen!« Fräulein Agathe von Wahnfried sah weder gereizt noch beleidigt aus, ihr großes, gradliniges Gesicht blieb so ruhig und energisch wie stets. »Hast du dich bei seinem ehemaligen Regimentskommandeur erkundigt?« »Nein!« »Weil du es leider für überflüssig hieltest. Daß der Graf Hohen-Esp ein Spieler ist, pfeifen die Spatzen auf dem Dache.« Der alte Herr stieß seinen Krückstock ingrimmig auf das Parkett. »So; gut; -- ein Spieler. Und was noch weiter? Vielleicht ein Säufer? Ein Weiberheld ... ein Totschläger ...? He? -- Nur hübsch weiter im Text!« »Von diesen genannten Eigenschaften ist mir nichts bekannt, -- im Gegenteil, man lobt den jungen Mann als einen sonst sehr liebenswürdigen und ehrenhaften ...« »Na, also! Wozu denn das ganze Lamento! Verlangst du etwa, daß ich ihm einen Korb geben soll, lediglich, weil er mal in fideler Gesellschaft ein Spielchen macht?!« -- und Herr von Wahnfried nahm seine Promenade durch den Salon wieder auf, daß der Krückstock auf dem Parkett dröhnte. »Das wäre mir freilich das liebste, denn das ganze Lebensglück unseres Lieblings einem Spieler anvertrauen ...« »Blödsinn! Infamer Blödsinn! Du bist eifersüchtig, du willst das...

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Let's talk about a book that feels like finding a dusty, beautiful diary in an attic. 'Die Bären von Hohen-Esp' (The Bears of Hohen-Esp) is a German novel from 1893, and it has all the atmosphere you could want.

The Story

The heart of the book is a young woman coming back to her family's estate, Hohen-Esp. She expects a homecoming, but instead walks into a quiet, tense world. The place is haunted by a local legend involving 'bears'—a nickname or symbol tied to the family's past. As she tries to settle in, she uncovers layers of silence, half-told stories, and social rules that hide more than they reveal. The plot is her journey to understand what really happened generations ago and how it's still shaping the lives of everyone around her.

Why You Should Read It

This isn't a fast-paced thriller. Its power is in the mood it builds—that feeling of something being just out of sight. Nataly von Eschstruth writes with a sharp eye for the pressures placed on women and families in that era. The characters feel real because their conflicts are about honor, reputation, and the secrets we keep to protect those we love, even when it causes harm. Reading it feels like peeling an onion; each chapter reveals a little more of the emotional truth beneath the proper surface.

Final Verdict

Perfect for readers who love classic, character-driven stories with a gothic flavor. If you enjoy authors like the Brontës or Elizabeth Gaskell, where the biggest battles happen in drawing rooms and the landscape mirrors the characters' inner turmoil, you'll find a lot to love here. It's a quiet, thoughtful escape into a world where the past is never really past.



🔓 No Rights Reserved

This book is widely considered to be in the public domain. Thank you for supporting open literature.

Michael Martin
3 days ago

Finally found time to read this!

Barbara Young
10 months ago

Loved it.

Matthew Thompson
7 months ago

Good quality content.

4
4 out of 5 (3 User reviews )

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