Hamsun / Flaubert: Zwei Reden by Kasimir Edschmid

(0 User reviews)   1934
Edschmid, Kasimir, 1890-1966 Edschmid, Kasimir, 1890-1966
German
Ever wondered what happens when a German Expressionist writer tries to explain two literary giants? That's exactly what Kasimir Edschmid does in this little book. It's not a biography or a dry analysis. Instead, it's like listening in on a passionate lecture from 1920. Edschmid throws out his own wild, poetic ideas about what made Knut Hamsun and Gustave Flaubert tick. The real fun is seeing how his own artistic era—all that intense, emotional Expressionist energy—colors his view of these masters. It's a fascinating collision of three literary worlds in one slim volume.
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Den Namen Hamsuns nennen, heißt von großer europäischer Literatur reden. Er gesellt sich sofort zu Tolstoi, Wedekind, d'Annunzio, Giovanno Pascoli, zu Chesterton und Shaw, zu Strindberg und Barbusse und Flaubert. Er ist, in diesen Zusammenhängen, als nordischer Bruder Strindbergs ganz repräsentativ zu Hause in dieser Gemeinschaft der bedeutenden europäischen Köpfe. Im verkleinerten Kreis der Romanciers aber gibt es außer Gorki und Anatole France niemand mehr neben ihm. Er scheint sogar berufen, in diesem Triumvirat Deutschland zu vertreten, denn einen deutschen Roman hat es nie gegeben. Immer war das westeuropäische Gesicht am deutlichsten in Frankreich, da neigt sich Europa schon schön gegen das strahlende Afrika und den asiatischen, türkischen Eroberer. Im Mittelalter brachten die Mauren orientalischen Einfluß nach Spanien, und spanische Troveres entzündeten erst feurig herüberreitend die Provence und den Norden Frankreichs, und die herrlichsten der deutschen Epiker, der Hartmann von Aue, der Gottfried von Straßburg und der von Eschenbach wären nie erstanden ohne Chrestien von Troies und Bennoit de St. More und den Herrn von Britanje. Von den Amadis- und Rosenromanen bis zu Voltaire und Balzac und dem heutigen Anatole France ist der westeuropäische Roman stets in wundervoller Linie in Frankreich zu Hause gewesen und in seinen Büchern steht die Geschichte abendländischer Menschheit am deutlichsten und mit der besten Tradition geschrieben. Die letzte und zärtlichste Blüte ist Anatole France. Das osteuropäische Gesicht ist in Rußland zu einer ungeheuerlichen und barbarischen Sonne aufgestanden und es scheint, als ob die müdere und abgeklärtere Geistigkeit Frankreichs in die Verteidigungsstellung käme. In Dostojewski und Gorki und dem in ihrer Mitte stehenden Tolstoi sind gewaltige geistige Spannungen in die neue Welt getreten, und Asien, das die Franzosen, die es von den Spaniern schon gekeltert übernahmen, in eine entzückende Europäischkeit gebunden und damit graziös überwunden hatten, bereitet von der anderen Seite der Halbkugel einen furchtbaren Einfall in Europa vor. Zwischen diese europäischen Geistesspannungen sind die Deutschen gelagert, aber es gibt kein großes, hell beschienenes Gesicht, das sich unter ihnen zwischen den beiden, mitteleuropäisch, erhöbe. Es wird es auch nie geben. Es gibt auch keine deutsche Politik, die von Antwerpen bis nach Bagdad langte. Denn schließlich sind auch die Deutschen alle irgendwie Westeuropäer, was sogar die Antibolschewisten betonen, und haben durch den Schuß Christentum, der ihre eigentlich ausgesprochen heidnische Einstellung band und gestaltete, wahrlich für alle im Kulturablauf bis zum Absterben ihrer Rasse verbleibenden Jahrhunderte unter allen Umständen genug Asien im Blut. Wenn im Umkreis der gottgewollten Jahrhunderte die führende Macht des Geistes bei Nachlassen der europäischen Energie einmal wieder Koreanern und Chinesen zufällt, wenn in Tibet ein Bergstamm ein neues gigantisches Pulver, in Timbuktu ein neuer Heiland eine neue große Idee entdecken und uns, bis dahin Müde und Morsche, ganz damit erledigen wird, dann ist es ja völlig gleich, unter welchen Umständen wir mit unserer Halbkugel untertauchen. Bis dahin sollte man aber so stolz sein, mit erhobenen Nacken sich als westliche Europäer zu fühlen und sich keine falschen Sehnsüchte zu suggerieren. Was den duldsamen asiatischen Russen mit ihrem sehr großen, aber sehr abscheulichen Satrapen Dostojewski gut ist, ist den Deutschen sicher nicht, noch viel weniger aber den romanischen Völkern bekömmlich. Sie haben in dem Empfinden der Volksmassen viel zu wenig Sinn für das Übersinnliche und gar keine Mystik und ohne Ausnahme noch viel zu viel innere Bereitschaft für Bankkonten und Sparkassenbücher und viel zu viel, Gott in seiner Langmut scheinbar immer noch wohlgefällige, Sehnsüchte nach Lärm und Militär und kriegerischen Fahrten. Die Russen sind eine asiatische Kinderschar mit einer unbeschreiblichen gläubigen Naivetät des Empfindens und einer ungeheuerlichen Bereitwilligkeit zu leiden und zu dulden. Die romanischen Westeuropäer hatten die asiatische Geisteswelle, die mit den blonden Mauren über...

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Kasimir Edschmid was a key figure in German Expressionism, a movement known for its raw emotion and rebellion against strict realism. In this book, he presents two separate speeches he gave about two very different novelists: Knut Hamsun, the Norwegian Nobel laureate who wrote about nature and instinct, and Gustave Flaubert, the French perfectionist behind Madame Bovary.

The Story

There isn't a plot in the traditional sense. Think of it as two long, passionate essays meant to be heard. Edschmid doesn't just list facts about Hamsun and Flaubert. He gets inside their heads. He talks about Hamsun's connection to the land and his almost mystical characters. Then, he turns to Flaubert, focusing on the author's famous struggle for the perfect word and his 'impersonal' style. The 'story' here is Edschmid's own journey as he interprets these giants through his own artistic lens.

Why You Should Read It

This book is a triple threat. You get insights into Hamsun and Flaubert, sure. But you also get a direct line into the mind of a 1920s Expressionist. Edschmid's writing is fiery and full of strong opinions. It’s less about being 'correct' and more about feeling the impact these authors had on him. Reading this feels like discovering a time capsule of literary criticism—it's personal, biased, and all the more interesting for it.

Final Verdict

Perfect for readers who already love Hamsun or Flaubert and want a fresh, century-old perspective. It's also great for anyone curious about the Expressionist movement from the inside. This isn't a balanced, modern overview; it's a vibrant piece of literary history itself. Just be ready for Edschmid's strong voice to take center stage.



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