Hann Klüth: Roman by Georg Engel

(6 User reviews)   2705
Engel, Georg, 1866-1931 Engel, Georg, 1866-1931
German
Ever wondered what happens when a man tries to build a perfect life from scratch, only to find his past is a ghost that won't stay buried? That's the heart of 'Hann Klüth.' We meet Hann, a man who arrives in a small German town with a clean slate, determined to create a respectable new identity. He builds a business, earns trust, and carves out a quiet place for himself. But this is a story about secrets, and the past has a way of knocking when you least expect it. When an old acquaintance from his former life suddenly appears, Hann's carefully constructed world begins to crack. It's a gripping look at whether we can ever truly escape who we were, wrapped in the atmosphere of a bygone era. If you like character-driven stories with a slow-burn tension, this one's for you.
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Dostojewski. Beide wuchsen durch ihn zu monumentalen Erscheinungen aus. Der eine, indem er die ganze robuste Volks- und Urkraft in sich aufspeicherte, die im flachen Lande, im Leben des russischen Bauern und des russischen Landadels liegt, und die er dann in seinen Romanen in Kapiteln vorführte, die fast die Ruhe und den Fluß homerischer Gesänge hatten. Und der andere, indem er all das Fieber aufnahm, das von der Stadt Peters des Großen aufstieg, und all das Grauen und den Wahnsinn, all den Schmerz und das Elend versammelte, die das Leben ihrer neuen Menschen erfüllen. Monumentalität ist immer in irgend einer Weise Überpersönlichkeit, ist Ausdruck nicht so sehr des einzelnen Dichters, als Ausdruck des massiven Lebens der Vielen, der Menge, des ganzen Volkes, oder doch eines bestimmten und immer eines beträchtlichen Teiles desselben. Die Monumentalität Tolstois wie Dostojewskis ist von dieser Art. Nur das ist der Unterschied, daß die Monumentalität der Natur, vor der wir bei Tolstoi stehen, im Grunde wieder die alte, große, ewige ist, während die Monumentalität der Großstadt, die Dostojewski erreichte, ein Neues, Kühnes, Unerhörtes war. Wir wußten bereits, daß die ewigen Wahrheiten starker und gesunder Liebe monumental gestaltet werden konnten, die großen Verhältnisse von Herr und Knecht, die von allen Zeiten gelten, die schlichten einfachen Daseinsbeziehungen schlichter einfacher Menschen, die so riesig wirken, weil sie das gerade herausgegriffene Beispiel von Millionen sind. Aber wir wußten noch nicht, daß auch aus dem modernen Leben, all seinen ungewohnten Verhältnissen, absonderlichen Menschen, seltsamen Schicksalen, all seinen ungeahnten Tragödien und unheimlichen Problemen diese gewaltigen Wirklichkeitsfresken zu malen waren. Eine Monumentalität der modernen Großstadtdichtung: die gibt es erst von Dostojewski an. * * * * * Wohl haben auch die Dichter anderer Länder die Großstadt geschildert. Man könnte vor allem an Amerika denken, wo sich der Übergang von dem patriarchalischen Leben, das dort die Kolonisten führten, zur modernen Zivilisation, wenn auch im Einzelnen natürlich unter ganz anderen Lebenserscheinungen, ähnlich rapid vollzog wie in Rußland. Doch die amerikanischen Großstädte, die in ihrer kalten Klarheit der Anlage und bei dem ungeheuren Raum, der für ihre noch immer weitere Ausdehnung vorhanden ist, immer mehr ins Riesenhafte wachsen, scheinen nicht von einer schildernden, sondern nur von einer peripherischen, fast möchte man sagen einer geographischen Phantasie erfaßt werden zu können. Deshalb näherte sich ihnen Walt Whitman nur von Ferne, wie ein greiser Seher, der die Hand über die Augen hob und die Stätte der Menschen schaute. Weit, weit am Horizont liegen bei ihm Boston und Newyork, dazu unter indianischem Namen, obwohl gerade Walt Whitman sonst das moderne Wort nicht scheut, und nur selten führt er, wenn er die Städte auch liebt und preist, bis hin in ihre Straßen. Poe dagegen, der in diesen Städten leben mußte, ging an ihnen zu Grunde, als der einzelne Schwärmer, der ihrem Leben nicht gewachsen war. Doch hat gerade Poe einmal, im „Mann der Menge“, den Geist der Großstadt symbolisch gefaßt wie ein wandelndes Gespenst und eine Geschichte aus ihr gebildet, die ihr mächtiger Ausdruck sein wird, solange es eine Großstadt gibt. Nur war Poe deshalb noch nicht monumental in dem Sinne, wie es Dostojewski, der Großstadtschilderer, ist. Zwar könnte man schon, im Vergleiche des Menschlichen, in Walt Whitman einen amerikanischen Tolstoi und in Poe einen amerikanischen Dostojewski sehen. Auch Poe ist der Mensch, der unter der Großstadt leidet, obwohl er beinahe nur in _ihr_ leben kann, der Mensch der nervösen, tragischen, kataleptischen Seele. Aber künstlerisch fehlt doch jene Allgemeingültigkeit, die Dostojewski so groß macht, seine Erscheinung bleibt problematisch und statt Schilderung ist alles Bekenntnis. Hinzukommt, daß Poe den Großstadtmenschen fast durchweg romantisch verkleidete. Seine Novellen sind wie Träume eines Mannes, der...

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Georg Engel's Hann Klüth is a quiet novel that packs a serious punch. It doesn't rely on flashy action, but on the deep, unsettling question of whether a person can ever truly start over.

The Story

The book follows Hann Klüth, a man who shows up in a provincial town with nothing but a fierce desire to leave his old self behind. He works hard, opens a shop, and becomes a solid, if somewhat reserved, member of the community. Everyone knows him as the reliable Herr Klüth. But this new life is built on a foundation of silence about everything that came before. The peace shatters when a figure from his past arrives, threatening to expose the man he used to be. The story becomes a tense waiting game, watching Hann's anxiety grow as he tries to protect his fragile new existence.

Why You Should Read It

What grabbed me was how real Hann feels. His fear is palpable. You understand his longing for a simple, honest life, even as you question the lies holding it together. Engel writes with a sharp eye for the small details of daily life and social pressure in a small town. The tension comes from watching a good man—or a man trying to be good—trapped by his own history. It's less about a dramatic crime and more about the psychological weight of a secret.

Final Verdict

This is a perfect pick for readers who love classic, character-focused literature. If you enjoy authors like Thomas Mann or Theodor Fontane, where the drama happens inside people's hearts and minds, you'll feel right at home. It's also a fascinating window into German society at the turn of the 20th century. Don't go in expecting a thriller; go in expecting to get deeply invested in one man's struggle for a second chance, and to be left thinking about it long after the last page.



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Joseph Davis
1 year ago

Simply put, it manages to explain difficult concepts in plain English. I couldn't put it down.

Margaret Hernandez
11 months ago

Perfect.

Kenneth White
2 weeks ago

As someone who reads a lot, the author's voice is distinct and makes complex topics easy to digest. Worth every second.

Steven Brown
6 months ago

Honestly, the depth of research presented here is truly commendable. Definitely a 5-star read.

James Johnson
4 months ago

A must-have for anyone studying this subject.

4.5
4.5 out of 5 (6 User reviews )

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