Aus der Schweiz by Ida von Düringsfeld

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Düringsfeld, Ida von, 1815-1876 Düringsfeld, Ida von, 1815-1876
German
Hey, have you heard of 'Aus der Schweiz'? It's this 19th-century travelogue by Ida von Düringsfeld, and it's way more than just a guidebook. It's like finding a forgotten letter from a really smart, observant friend who spent a year exploring Switzerland in the 1850s. She doesn't just describe the famous mountains and lakes—she gets into the everyday life, the local customs, and the stories of the people she meets. It's a window into a world that's both familiar and completely gone. If you like history, travel, or just a good, thoughtful adventure, this one's a hidden gem.
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So war unsere erste Berührung mit Mauricy. Wunderlich, wird man sagen. Vielleicht, doch nicht ganz so, wie es scheinen mag. Ich sage immer: einmal zankt man sich doch mit Jedermann; da ist's denn viel besser, mit Zank anfangen, als damit aufhören. Wenigstens bestätigte es sich hier. Die ausgetauschten zärtlichen Erklärungen störten nicht im Geringsten unser gutes Vernehmen, ja, sie schienen durch den unwillkürlichen Humor, welchen sie hervorgerufen, es im Gegentheil recht befördern zu wollen. Die gegenseitigen Fragen, wann wir uns todtschießen würden, ob wir einander dann beklagen würden und dürften, und andere, gleich harmlos-alberne, machten uns lachen, und wenn man erst über- und miteinander lacht, ist man auf gutem Wege zur Vertraulichkeit. Nicht daß wir uns nicht mehr gestritten und selbst erboßt an einander geärgert hätten --, alle Tage! Wir alle Drei, und insbesondere noch Mauricy und ich, waren zu aufgeregt durch die Zeit, um nicht das nachmittagliche Lesen der Zeitungen mit lauten Anmerkungen begleiten zu müssen. Und aus diesen Anmerkungen wurden Kämpfe zwischen Demokratismus und Royalismus, wie sie schwerlich selbst in der durch politische Haltung sich wenig auszeichnenden Paulskirche erbitterter und hitziger durchgefochten worden sind. Jeder, der nur auf einer Barrikade gekämpft hatte, war für Mauricy ein Held, für uns -- es ging Mauricy's Helden schlecht von uns! Dagegen schleuderte er die heftigsten Ergüsse seines Hasses gegen Alles, was auf Thronen saß, oder das unverzeihliche Verbrechen beging, in Amt oder Würden zu sein. Alle Könige und Fürsten müßten ermordet werden, das war sein unaufhörlich wiederkehrender Satz. Und wenn er könnte, setzte er jedes Mal hinzu und nahm sein Messer in die Hand, so würde er selbst immer Einen nach dem Andern niederstoßen. Wir, wieder nicht träge, ließen himmelhohe Galgen für die Radikalen errichten, kurz, es war schrecklich, was wir Alle wüthend und blutdürstig waren! Die Polen sind durch eine ganz eigene nationale Liebenswürdigkeit begünstigt, das hat man oft geäußert, und ich kann es nur bestätigen. Je mehr ich verschiedene Nationalitäten kennen lerne, je abstechender gegen alle, je bestechender für mich finde ich die Polen. Wäre ich ein Mann, ich würde mich gewiß nur in eine Italienerin oder eine Polin verlieben. Wenn Mauricy mich dadurch gekränkt hatte, daß er seine schonungslosen Angriffe vorzüglich auf Preußen richtete, so durfte er mir nur seine kalte Hand bieten und mich mit seinem guten Blicke um Verzeihung bitten, und ich war versöhnt. Der arme Mauricy, -- er hatte immer so kalte Hände! Und so blasse, -- noch nie hatte ich solche farblose Hände gesehen. Das Blut schien schon fremd in ihnen geworden zu sein, sich ganz nach den Lippen zu drängen, über die es täglich kam. Mauricy war krank, und wie er selbst glaubte, zum Tode. Auch ich war krank, an der Krankheit unseres Jahrhunderts, bei welcher das Leben lange währen kann, aber eigentlich nur eine lange Qual ist. Wir sahen uns gegenseitig leiden und bemitleideten einander. Er litt frömmer, geduldiger, als ich. Die Resignation, gegen welche ich mich noch sträubte, als müßte ich mit ihr das Leiden unwiderruflich annehmen, er _hatte_ sie schon -- hatte sich unter dem Kreuze gebeugt. Wir fragten einander eines Tages: wie lange wir schon krank wären. Vier Jahre, sagte er, ich sechzehn. »Dann,« sprach er sanft, »werden Sie zuerst gesund -- ich kann warten.« Dieses Wort war keine Phrase -- Mauricy kannte die Phrase nicht. Die Geselligkeit war ihm deswegen zuwider, weil in ihr so viel -- Schicklichkeiten -- stattfinden müssen. »Was soll ich da?« fragte er, und ich konnte ihm das nicht sagen. Denn auch ich habe mich oft gefragt: was soll ich, wenn ich mich den Menschen so ganz überflüssig sah, und die Menschen mir. Wir,...

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Ida von Düringsfeld's 'Aus der Schweiz' is her personal account of a year-long journey through Switzerland in the mid-19th century. Forget dry facts and figures. This is her diary, filled with walks through alpine villages, conversations with farmers and craftsmen, and reflections on everything from local festivals to the changing political winds of the time. She paints a complete picture, moving from grand landscapes to the texture of daily life.

The Story

There isn't a traditional plot with a villain or a mystery to solve. The 'story' is the journey itself. We travel with Ida from city to canton, experiencing Switzerland through her eyes. She meets a cast of real people, records folk songs and legends, and describes traditions that were already fading even then. The book's momentum comes from her curiosity—what's around the next bend in the road, and what can we learn from the people who live there?

Why You Should Read It

I loved Ida's voice. She's witty, sharp, and genuinely interested in people. She doesn't put herself on a pedestal as a great explorer. Instead, she feels like a relatable guide, getting muddy on hikes and charmed by a local story. The book is a powerful reminder that history isn't just about kings and battles—it's about how ordinary people lived, worked, and celebrated. You get a sense of a whole nation's character being formed.

Final Verdict

Perfect for readers who enjoy immersive travel writing, social history, or strong female voices from the past. It's a slower, contemplative read, not a thrill-a-minute adventure. But if you want to feel transported to another time and walk alongside a fascinating companion, Ida's Swiss year is a journey worth taking. Think of it as the 19th-century blog of a very insightful traveler.



🏛️ Copyright Free

This publication is available for unrestricted use. Knowledge should be free and accessible.

Michael Lopez
3 months ago

This book was worth my time since the narrative structure is incredibly compelling. I will read more from this author.

Aiden Young
1 year ago

I was skeptical at first, but the flow of the text seems very fluid. One of the best books I've read this year.

Matthew Miller
1 year ago

A must-have for anyone studying this subject.

Mary Allen
1 year ago

Great digital experience compared to other versions.

Edward Thomas
1 year ago

Based on the summary, I decided to read it and it manages to explain difficult concepts in plain English. Don't hesitate to start reading.

4.5
4.5 out of 5 (6 User reviews )

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