Buchstabenmystik by Franz Dornseiff

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Dornseiff, Franz, 1888-1960 Dornseiff, Franz, 1888-1960
German
"Buchstabenmystik" by Franz Dornseiff is a scholarly work written in the early 20th century. The text explores mystical speculations about alphabets and the use of letters in magic, linking these concepts to traditions in Kabbalah and Islamic thought. The book promises to delve into the historical foundations and the ongoing relevance of these myst...
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Kunst, s. Goldziher, Zeitschr. d. d. morgenl. Ges. 41 (1887) S. 49. I. DIE WURZELN DER BUCHSTABENMYSTIK § 1. DIE ANTIKEN ANSICHTEN ÜBER DEN URSPRUNG DER SCHRIFT Nach dem Glauben mancher Völker stammt die Schrift von den Göttern. Keines unter diesen hat wohl die Findung der Buchstaben so sehr als kosmisches Ereignis ersten Ranges betrachtet wie es die altnordischen Skalden taten, von deren Dichtung die ältere Edda Reste erhalten hat. In der Edda[3] muß nach einem tiefsinnigen Mythus Odin, der oberste Gott, sich selbst opfern, um mit den Runen Wissen und Zaubermacht zu erlangen: „Ich weiß, daß ich hing am windbewegten Baum Neun Nächte durch, Verwundet vom Speer, geweiht dem Odin, Ich selber mir selbst. Man bot mir kein Horn noch Brot zur Labung, Nach unten spähte mein Aug’, Ächzend hob ich, hob aufwärts[4] die Runen, Zu Boden fiel ich alsbald. Zu gedeihen begann ich und bedacht zu werden, Ich wuchs und fühlte mich wohl. Ein Wort fand mir das andere Wort, Ein Werk das andere Werk. Runen wirst du finden, geratene Stäbe, Stäbe voll Stärke, Stäbe voll Heilkraft, Von dem Fürsten der Sänger gefärbt, Von mächtigen Göttern gemacht, Es ritzte sie Ragna-Hropt“ usw. Die Buchstaben sind hier die Fundamente alles Wissens und der Preis, um den sie erworben werden, kann gar nicht hoch genug sein. Ist nun Ähnliches schon im Altertum zu entdecken? Die Vorstellung von der göttlichen Herkunft der Schriftzeichen finden wir sonst besonders da, wo die Kunst des Schreibens lange das Sonderrecht einer Kaste geblieben ist. Im alten Orient genießt der Schreiber, der in der Regel dem Priesterstand angehört, hohes Ansehen. Er trägt linnene Gewänder, da nichts Tierisches ihn berühren darf.[5] Der Schreiber hat unter den Göttern seinen Patron, der zugleich sein Gegenstück im Himmel, der Schreiber der Götter, ist. In Babel ist es Nebo[6], in Ägypten Thoth. Nebo, Marduks Sohn, ist der Gott, der die Schicksale aufschreibt und so das Leben verkürzt oder verlängert mit seinem „Griffel des Geschickes“.[7] Er gab den Menschen die Schrift. Für die Ägypter hat das Thot[8] getan, der Gott der Worte und Bücher, der Erfinder der magischen Formeln, denen nichts widersteht, und Verfasser der Zauberbücher, der Erfinder fast aller Kulturgüter. Jede Hieroglyphe ist für den Ägypter ein Gotteswort.[9] Später machte dem Thoth Isis die Ehre der Buchstabenerfindung streitig.[10] Im Islam finden wir die Lehre, daß Gott selbst die Buchstaben schuf und sie dem Adam offenbarte als ein Geheimnis, das er keinem der Engel kundtat.[11] Ja, eine alte und angesehene Tradition läßt diese Vorstellung sogar beim Beginn der Sendung Muhammeds eine Rolle spielen. Nach ihr wurde der Prophet von einem Engel nachts besucht und heftig aufgefordert, eine von dem Engel mitgebrachte Schrift zu rezitieren, die von Gott als Schöpfer und Offenbarer der Schreibkunst handelte -- im Koran als Sura 96: „Verkündige im Namen deines Herrn, der schuf, der den Menschen von geronnenem Blute schuf; verkündige, denn dein Herr ist der gnädigste, er, der mit der Feder unterrichtete usw.“ In dieser Überlieferung spricht sich die naive Wertschätzung einer heiligen Schrift aus, die Muhammeds Buß- und Gerichtspredigt begleitete. Der Glaube daran, daß die Buchstaben in der Zeit, zumal durch menschliche Erfindung, entstanden seien, wird noch heute von orthodoxen Islamiten als Ketzerei gebrandmarkt.[12] Darin treffen sie sich mit den Christen der orientalischen Kirchen. „Vor anderthalbtausend Jahren ersannen zwei Männer das ~armenische Alphabet~, der heilige Mesrop erfand die Konsonanten und der Katholikos Sahak fügte die Vokale hinzu. König Wramschapuch half ihnen dabei und sorgte dafür, daß die neue Schrift durch eine Bibelübertragung sofort geheiligt wurde. Die einem fremden Auge wild verschnörkelten Zeichen, die mit geringen Änderungen heute noch gebraucht werden, gaben erst die Möglichkeit, die überaus...

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significance, discussing how various cultures, such as those of the ancient Nordics and Egyptians, attributed divine origins to their writing systems. It notes the prominent role of letters in religious and magical contexts, asserting that this mystique has persisted through time, particularly within Kabbalistic and Islamic sects. The section detail various beliefs regarding the origin of writing and letters, referencing myths and significant figures that contributed to the understanding of alphabets as more than mere tools of communication, but as elements infused with deeper significance and power. (This is an automatically generated summary.)

⚖️ Open Access

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Mary Moore
11 months ago

If you enjoy this genre, the author's voice is distinct and makes complex topics easy to digest. A valuable addition to my collection.

Steven Hill
10 months ago

Solid story.

5
5 out of 5 (2 User reviews )

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