Zur neuen Lehre: Betrachtungen by H. Druskowitz

(4 User reviews)   2997
Druskowitz, H., 1856-1918 Druskowitz, H., 1856-1918
German
Ever read a book that feels like a secret conversation from another century? That's 'Zur neuen Lehre: Betrachtungen' by Helene von Druskowitz. Published in 1885, it's not your typical philosophy text. It's a sharp, personal, and often fiery manifesto from one of the first women in Austria to earn a doctorate. The 'new teaching' she proposes is a radical challenge to the rigid, male-dominated intellectual world of her time. The real mystery isn't in a plot twist, but in the question: How did a woman's voice this bold manage to get published and survive? It's a short, powerful read that feels less like a lecture and more like finding a hidden, brilliant letter.
Share

Read "Zur neuen Lehre: Betrachtungen by H. Druskowitz" Online

This book is available in the public domain. Start reading the digital edition below.

START READING FULL BOOK
Instant Access    Mobile Friendly

Book Preview

A short preview of the book’s content is shown below to give you an idea of its style and themes.

tief unter denselben hinabsänken, um allen und jeden Halt zu verlieren. Aber nur deßhalb, weil die Religion thatsächlich eine der großen Menge homogene Weltbetrachtung bildet, besteht sie und wird sie wohl noch lange fortbestehen. Sobald hingegen das Phantasie- und Glaubensbedürfniß, welches sie befriedigt, in den Menschen erlöschen sollte, so wird auch sie aufhören und durch keine Macht aufrecht erhalten werden können. Es ist deßhalb eine ganz sinnlose Redensart, wenn man, wie dies so oft geschieht, behauptet, die Religion _müsse_ fortbestehen. Das ist nicht anders, als wenn man sagen wollte, die Kunst müsse fortbestehen, hier aber sieht jeder, daß nur von einem _Können_, nicht von einem _Müssen_ die Rede sein darf. Aber ebenso wie die Kunst nur so lange fortbestehen wird, als der schöpferische und ästhetische Trieb im Menschen rege ist, vermag auch die Religion nur so lange aufrecht erhalten zu bleiben, als Menschen in ihr inneren Halt finden, an ihre objektive Wahrheit glauben.[1] Wenn jeder Freidenkende, jeder Anhänger der Lehre von der Fortschritts- und Vervollkommnungsfähigkeit der menschlichen Natur auch hoffen und annehmen wird, daß die modernen Kulturvölker, als die obersten Repräsentanten der Menschheit, dereinst in ihrer Gesammtheit aus der religiösen Phase heraustreten werden, so läßt sich durchaus nicht bestimmen, ob diese bedeutungsvolle Umwandlung schon in einer absehbaren Zeit oder erst in größerer Zeitferne erfolgen wird. Jedenfalls muß zugegeben werden, daß die Macht des Christenthums, wie groß sie auch immer noch sei, dennoch in einem starken Niedergange, die Zahl seiner Bekenner entschieden im Schwinden begriffen ist. Kein objektiver Beurtheiler des modernen Lebens wird in Abrede stellen können, daß nicht nur ein großer Theil der Gebildeten, sondern auch ein guter Theil der Massen in der Religion keinen Halt mehr findet. Als die Ursache dieser Erscheinung dürfte im Allgemeinen die Abnahme des entsprechenden Phantasiebedürfnisses zu bezeichnen sein, während sie nur bei Wenigen die Folge der Beeinflussung durch echte Philosophie und wahre Wissenschaft und eines Überwiegens der Reflexion über die Phantasie ist. Bedürfen nun die Aufgeklärten einer neuen Lehre d. h. einer Weltanschauung, welche einen höheren Inhalt an Stelle der Religion setzt? Allerdings sollte eine solche ihnen Bedürfniß sein, aber da zeigt sich, daß die allermeisten von der bloßen Freiheit von der Religion vollkommen befriedigt sind. Ihnen genügt das thatsächlich Gegebene. Ihr Interesse reicht nicht über das Vorhandene hinaus. Sie wissen nicht, oder wollen es nicht wissen, daß es noch andere Beziehungen giebt, als die zu dem durch die Erfahrung Gebotenen. Es giebt für sie kein Weltproblem, keinen höheren Ausblick und darum fehlt auch der höhere Gesichtspunkt für das Leben und die Lebensführung. Nach einer anderen Lehre oder Weltanschauung werden deßhalb nur jene Freidenkenden Verlangen tragen, welche ungleich jenen Seichtlingen mit der bloßen Glaubenslosigkeit sich nimmermehr begnügen, weßhalb sie eher noch mit den Gläubigen zu sympathisiren vermögen, als mit den bloßen Atheisten, weil jene doch noch andere Beziehungen als die zur gegebenen Welt kennen und ein Höheres über sich sehen, während diese den Blick nicht über die Wirklichkeit erheben und jeder Ehrfurcht für etwas über das Gegebene Hinausragendes entbehren. Ist die Religion auch nur eine naive und illusorische Weltanschauung, so ist sie doch eine Weltanschauung, durch die alle Dinge in einem höheren Zusammenhange betrachtet werden. Es ist deßhalb mit der Beseitigung der Religion nicht schon Alles gethan. Wird die Religion als Irrthum erkannt, so treten für den tieferen Geist die Fragen, auf welche sie eine vorläufige Antwort ertheilt, nur um so gewaltiger hervor, und das Verlangen nach einer Anschauungsweise macht sich geltend, welche statt auf Träumen und Illusionen, auf der Grundlage des Wissens, der Erkenntniß, der Wahrheit oder doch einer unvergleichlich größeren Wahrscheinlichkeit, als die der religiösen Deutung und Auslegung der Welt es ist,...

This is a limited preview. Download the book to read the full content.

Let's be clear: this isn't a novel with a traditional story. 'Zur neuen Lehre: Betrachtungen' (Reflections on the New Teaching) is a collection of philosophical essays and observations. But that makes it sound dry, and it's anything but. Think of it as Druskowitz laying out her intellectual stall. She critiques the established systems of thought—especially those in philosophy and religion—that she saw as limiting and hypocritical. In their place, she champions a 'new teaching' built on reason, personal freedom, and a kind of fierce intellectual independence.

Why You Should Read It

You read this for the voice. Druskowitz writes with a conviction that crackles off the page, even today. It's incredible to witness a woman in the 1880s so confidently dismantling the intellectual idols of her age. Her arguments aren't just academic; they feel personal, born from the frustration of navigating a world that didn't want to hear from her. The themes of breaking free from dogma and thinking for yourself are timeless. It’s a shot of intellectual courage.

Final Verdict

This is a perfect pick for readers curious about forgotten feminist thinkers, or anyone who loves a good, passionate argument. If you enjoy the directness of someone like Mary Wollstonecraft or just want to experience a truly original mind from history, give this a try. It's short, dense in ideas, and leaves you with the distinct impression of having met someone remarkable. A challenging but rewarding glimpse into a defiant intellect.



✅ Copyright Free

There are no legal restrictions on this material. Use this text in your own projects freely.

Carol Robinson
1 year ago

I came across this while browsing and the depth of research presented here is truly commendable. Absolutely essential reading.

Carol Miller
1 year ago

To be perfectly clear, it creates a vivid world that you simply do not want to leave. Thanks for sharing this review.

Emily King
1 year ago

As someone who reads a lot, the clarity of the writing makes this accessible. Exceeded all my expectations.

Dorothy Johnson
1 year ago

I have to admit, the plot twists are genuinely surprising. Absolutely essential reading.

4
4 out of 5 (4 User reviews )

Add a Review

Your Rating *
There are no comments for this eBook.
You must log in to post a comment.
Log in


Related eBooks