Der Berg der Läuterung by Emil Ertl

(8 User reviews)   2967
Ertl, Emil, 1860-1935 Ertl, Emil, 1860-1935
German
Have you ever felt that a place was calling you, even if it might be dangerous? That's what happens to a young man in 19th-century Austria in Emil Ertl's novel. He leaves his comfortable life behind to follow a mysterious pull toward a legendary, almost mythical mountain. It's not just a physical journey; it's a search for something deeper, a meaning he can't find at home. The real question is: what will he discover at the summit, and what will it cost him? This book is a quiet adventure about the risks and rewards of chasing a dream, wrapped in beautiful descriptions of the Alps.
Share

Read "Der Berg der Läuterung by Emil Ertl" Online

This book is available in the public domain. Start reading the digital edition below.

START READING FULL BOOK
Instant Access    Mobile Friendly

Book Preview

A short preview of the book’s content is shown below to give you an idea of its style and themes.

weißhaarige Dienerin mit einem nachsichtigen mütterlichen Lächeln. »Wenn man an Jugend, Schönheit und Glanz der Toilette alle anderen Damen überstrahlt, so wäre es eine wahre Kunst, nicht auch an Liebenswürdigkeit die Königin des Abends zu sein.« Da keine Antwort erfolgte, fragte sie nach einer kleinen Pause: »Befehlen gnädige Frau sonst etwas?« und verließ, als die Frage verneint wurde, fast unhörbar das Gemach. Allein geblieben und sich langweilend, verfiel die schöne junge Dame darauf, das Feuerwerk der glitzernden Diamanten zu beobachten, das der gegenüber befindliche Spiegel zurückwarf. Sie wiegte sich leise in den Hüften, die Facetten der Steine in allen Farben spielen zu lassen, hob die Hände hoch, scheinbar an der Coiffüre noch etwas zu ordnen, und ergötzte sich daran, wie die bunten Blitze, die an ihren schmalen Fingern und Handgelenken aufleuchteten, mit dem Flimmern des Brillantenkolliers wetteiferten, das ihren Hals schmückte und einen Sprühregen feuriger Funken auf die volle weiße Brust niedertropfen ließ. Aber schließlich wurde sie dieser nichtigen Beschäftigung überdrüssig und lehnte sich mit einem leisen Gähnen in die Sofaecke zurück. Ein Seufzer stahl sich über ihre Lippen ... Plötzlich fiel ihr Blick auf die Puppe, die in der anderen Sofaecke saß und sie unverwandt anglotzte. In welch wunderlicher Gesellschaft befand sie sich da! Was war das für ein gespenstisches Ding, dies snobistische Spielzeug für die müßigen Launen Erwachsener, mit dem ihr Mann sie beglückt hatte? Aus einem der feinsten Luxusgeschäfte in der Kärntnerstraße hatte er es heute morgen als Überraschung zum Verlobungstag an sie schicken lassen, er liebte es, das Geld zum Fenster hinauszuwerfen. Zum erstenmal kam sie jetzt dazu, die Puppe etwas genauer ins Auge zu fassen. Sie konnte nicht umhin, den erlesenen Geschmack zu bewundern, mit dem sie gearbeitet war, die geistreiche Kunstfertigkeit, die dem kleinen Popanz etwas wie menschliche Eigenart, eine geheimnisvolle Absonderlichkeit einzuhauchen gewußt hatte. Es war eine Japanerin in silberdurchwirktem Seidenkimono, Saffianpantöffelchen an den Füßen, das pechschwarze Haar zu einem kunstvollen Bau getürmt und von silbernen Gestecken zusammengehalten. Dem Gesicht, das ursprünglich vielleicht nichts weiter als ein Polster aus gelblichem Filz gewesen war, hatte künstlerische Pinsel- und Nadelmalerei so eigenartig individuelle Züge verliehen, daß man die kleine Dame, wenn man sie nur einmal gesehen, schon persönlich zu kennen glaubte. Denn sie war ein Wesen für sich, kein gleichgültiger Abklatsch, etwas wie ein lebendiger Mensch und wie ein solcher nur ein einziges Mal auf der Welt vorhanden, mit keinem anderen zu verwechseln. Ganz besonders die Augen, aus denen ein Paar glänzend schwarzer Perlen ernst und fast zürnend herausstachen, schienen wie von einem Ausdruck menschlicher Leidenschaftlichkeit beseelt. Die schöne junge Frau, die diese Augen unverwandt und beharrlich auf sich gerichtet sah, fing an, sich einigermaßen zu beunruhigen. Es war, als kröche ihr irgend etwas Unheimliches den Nacken herauf. »Was siehst du mich so sonderbar an?« fragte sie plötzlich. Sie sagte es ganz laut und fuhr unwillkürlich zusammen, über den Ton ihrer eigenen Stimme erschreckend. Aber sogleich kehrte ihre Besonnenheit zurück, und indem sie sich nach der anderen Sofaecke hinüberneigte, in der die Puppe stumm und unbeweglich saß, mit Augen, in denen etwas wie ein feuchter Schimmer zu glänzen schien, sagte sie begütigend und beinahe zärtlich, wie man zu einem greinenden Kinde spricht: »Du füllst deinen Platz schlecht aus! Bist du nicht auf der Welt, um Vergnügen zu bereiten? Warum blickst du so trübselig drein? So lächle doch nur ein ganz klein wenig! Unterhalte mich! Vertreib' mir die Zeit!« Sie hatte sich so weit vorgebeugt, daß sie die Puppe ganz aus der Nähe sehen konnte. Jetzt schrak sie jäh empor und zog sich starr vor Entsetzen in ihre Sofaecke zurück, die Puppe hatte einen tiefen, herzbewegenden...

This is a limited preview. Download the book to read the full content.

Emil Ertl's novel, originally published in 1900, takes us to the Austrian Empire. We follow a young man who feels restless and unfulfilled in his ordinary life. He becomes obsessed with a local legend about a towering, rarely-climbed peak known as the "Mountain of Purification." Against the wishes of his family, he sets out with a small group to conquer it. The climb is brutal, testing their strength and their bonds. But the biggest challenge isn't the ice or the thin air—it's what the mountain forces him to confront within himself.

Why You Should Read It

This isn't a fast-paced thriller. It's a thoughtful, character-driven story. Ertl makes you feel the crisp air and the aching muscles. The mountain itself becomes a powerful character, both beautiful and terrifying. The central journey is so relatable. Who hasn't wondered if there's something more out there? The book explores that itch for purpose in a way that still feels fresh. The relationships between the climbers feel real, full of quiet support and unspoken tensions.

Final Verdict

Perfect for readers who love historical fiction with soul, or anyone who enjoys stories about nature and self-discovery. If you liked the reflective mood of My Side of the Mountain or the atmospheric setting of classic Alpine tales, you'll feel right at home here. It's a slower, richer read that stays with you, like the memory of a clear mountain view.



📚 Open Access

This content is free to share and distribute. Feel free to use it for personal or commercial purposes.

Ashley Scott
1 year ago

I stumbled upon this title and the clarity of the writing makes this accessible. Don't hesitate to start reading.

Liam Brown
1 year ago

A must-have for anyone studying this subject.

Thomas Smith
1 year ago

The layout is very easy on the eyes.

4.5
4.5 out of 5 (8 User reviews )

Add a Review

Your Rating *
There are no comments for this eBook.
You must log in to post a comment.
Log in


Related eBooks