Der Besuch im Carcer. by Ernst Eckstein

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Eckstein, Ernst, 1845-1900 Eckstein, Ernst, 1845-1900
German
Ever wondered what would happen if someone walked into a prison, not to visit an inmate, but just to see what it's like? That's the wild premise of Ernst Eckstein's 1875 story. A wealthy, curious man named Paul Werner makes a bizarre bet: he'll spend 24 hours as a prisoner in the local jail, just for the experience. He thinks it will be a simple, even amusing, social experiment. But once those heavy iron doors clang shut behind him, he quickly learns that freedom isn't something you can just put on hold. The chilling atmosphere and the reality of confinement turn his intellectual game into a fight for his own sanity. It's a short, sharp shock of a story that makes you think twice about the comforts you take for granted.
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Erfolg unseres Decenniums ist, rechnen wir uns nicht zum Verdienste. Gewiß hätten andere, wenn auch minder kurzweilige Humoresken deutscher Autoren mehr Anspruch auf diese Auszeichnung. Indessen das Glück ist blind, und so hat es denn einen Scherz gekrönt, der an die ästhetischen Vorzüge zahlloser ungekrönter nicht von ferne heranreicht. Ich selber hätte mir diese Gunst des Schicksals am wenigsten träumen lassen. Als ich in meiner stillen, traulichen Stube zu Rom, im Angesichte des Pantheons, die Gestalt Samuel Heinzerling's aus dem Dunkel beschwor, da ahnte ich nicht, wie rasch dieser würdige Mann die Rundreise um die bewohnte Erde zurücklegen sollte. Ich überließ mich dem vollen Behagen an seiner Erscheinung. Ich ergötzte mich königlich, aber ich hielt meine Freude für subjektiv. Ich gestaltete ohne jeden Hinblick auf's Publikum. Ich war mein dankbarster und eifrigster Leser. Schon diese Genesis überhebt mich der Mühe, auf die zahlreichen Anfeindungen beschränkter Seelen, insbesondere verunglückter Schulmeister zu antworten, die den Streich »Wälhelm Rompf's« minder angenehm auffassen als unser trefflicher Samuel. Ich habe den »Besuch im Carcer« geschrieben, weil das Ding mir Vergnügen machte -- nicht aus diesem oder jenem abseits gelegenen »Motiv«. Das freilich kann ein trübseliger Pedant, dem die spontane Wirksamkeit einer fröhlichen Laune unbekannt ist, mit all seiner Gelehrsamkeit nicht begreifen. Mögen die Herren ungenirt fortfahren, ihrem Aerger in der gewohnten »pädagogischen« Weise Luft zu machen! Unsere siebenundvierzigste Auflage wird deßhalb ebenso wenig ins Wasser fallen, wie die bisherigen. _Elgersburg_, im Herbst 1880. =E. E.= Der Besuch im Carcer. Humoreske. Es schlug Zwei. Der Direktor des städtischen Gymnasiums, =Dr.= Samuel Heinzerling, wandelte mit der ihm eignen Würde in den Schulhof und erklomm langsam die Stiege. Auf der Treppe begegnete ihm der Pedell, der eben geläutet hatte und sich nun in seine Privatgemächer verfügen wollte, wo es allerlei häusliche Arbeiten zu erledigen gab. »Äst nächts vorgefallen, Quaddler?« fragte der Direktor, -- den devoten Gruß des Vasallen durch ein souveränes Kopfnicken erwidernd. »Nein, Herr Direktor.« »Hat der Herr Bibläothäkar noch nächt öber die bewußten Bände resolvärt?« »Nein, Herr Direktor.« »Goot, so gähen Sä noch heute hinöber und erkondigen Sä säch, wä säch diese Angelägenheit verhält ... Noch Eins. Der Prämaner Rompf fehlt seit einigen Tagen. Verfögen Sä säch doch einmal in seine Wohnung und öberzeugen Sä säch, ob er wärklich krank ist! Ich zweifle fast ...« »Entschuldigen Sie, Herr Direktor, der Rumpf ist wieder da; ich sah ihn vorhin über den Hof kommen.« »Non, om so bässer!« [Illustration: »Non, om so bässer!«] Der geneigte Leser verzeihe die eigenthümliche Orthographie, mit der wir die geflügelten Worte des Gymnasialherrschers zu Papier bringen. Herr =Dr.= Samuel Heinzerling sprach allerdings nicht ganz so abnorm, als unsre Schreibweise vermuthen lassen könnte: allein das deutsche Lautsystem gibt uns kein Mittel an die Hand, die specifisch Heinzerling'sche Klangfarbe genauer zu versinnlichen. Ich, der bescheidene Erzähler, habe selber hundertmal den Vorträgen des Herrn Direktors in stummer Andacht gelauscht und den Heinzerling'schen Vokalismus so zu sagen zu meinem Lieblingsstudium erhoben. So lange unser armseliges Alphabet nicht eigene Zeichen für Zwitterlaute zwischen i und e, zwischen u und o u. s. w. besitzt, so lange wird der Historiograph, der sich mit Herrn =Dr.= Samuel Heinzerling beschäftigt, die von uns vorgeschlagene Rechtschreibung adoptiren müssen. Der Herr Direktor sagte also: »Non, om so bässer!« und schritt über den langen Corridor den Pforten seiner Prima zu. Samuel war heute ungewöhnlich frühe gekommen. In der Regel hielt er an der Theorie des akademischen Viertels fest. Dießmal hatte ihn ein häuslicher Zwist, über den wir aus begreiflicher Delikatesse den Schleier der Verschwiegenheit breiten, schon vor der Zeit aus dem behaglichen Sorgenstuhle getrieben, in welchem er seinen nachmittäglichen Kaffee zu schlürfen pflegte. Nur...

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The Story

Paul Werner is a man with too much time and money on his hands. On a whim, he makes a strange wager with friends: he will get himself arrested and spend a full day and night in the city prison, the Carcer. He pulls some strings, arranges a fake offense, and strolls in expecting a mild adventure.

He's wrong. The moment he's locked in a cold, bare cell, the game stops being fun. The oppressive silence, the rigid routine, and the sheer weight of the locks and bars become a psychological torture he never anticipated. His confident curiosity evaporates, replaced by a crawling dread and a desperate longing for the world outside his tiny window.

Why You Should Read It

Eckstein doesn't waste a word. In under 50 pages, he builds incredible tension from a single, simple idea. It’s less about prison reform and more about the human spirit. We watch a clever, privileged man confront a truth we all feel: the terror of being trapped. His internal monologue is painfully relatable. You catch yourself holding your breath, willing that clock to move faster right along with him. It’s a masterclass in making you feel claustrophobic while sitting comfortably in your chair.

Final Verdict

Perfect for anyone who loves a compact, powerful psychological story. If you enjoy classic tales that explore a single 'what if?' scenario to its breaking point, like some of Poe's or Maupassant's work, you'll be hooked. It’s a brilliant, bite-sized read that packs a lasting punch about the value of a simple walk in the sun.



🟢 No Rights Reserved

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John Martin
1 year ago

I have to admit, the storytelling feels authentic and emotionally grounded. I will read more from this author.

Noah Johnson
1 year ago

Honestly, the content flows smoothly from one chapter to the next. Highly recommended.

5
5 out of 5 (7 User reviews )

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