als die Sache des Proletariats ihre ganze Persönlichkeit einsetzten. Was uns die Briefe hierüber mitteilen, liefert zugleich neue, in vielem selbst Freunde der Verfasser überraschende Beweise dafür, wie sehr Marx und Engels in all ihrem Tun untrennbare Persönlichkeiten waren, deren hingebendes Zusammenwirken während Jahrzehnten es allein ermöglichte, daß jene wissenschaftlichen Leistungen vollbracht wurden, die nachher als reife Frucht unter der Autorschaft von Karl Marx der Öffentlichkeit übergeben wurden. Der Leser begegnet in diesem Briefwechsel einem Freundschaftsverhältnis, wie es vielleicht in der Geschichte der Menschheit einzig dasteht und sicher nicht übertroffen worden ist. Man darf nach Kenntnisnahme dieses Briefwechsels ferner aussprechen, daß der größte Teil der schöpferischen Arbeiten und wissenschaftlichen Entdeckungen eines Karl Marx ohne die unermüdliche, nie versagende Mithilfe geistiger und finanzieller Natur von Friedrich Engels schwerlich das Tageslicht erblickt haben würden. Und mancherlei Veröffentlichungen, die bis heute auf das Konto von Karl Marx gingen, sehen wir dem Eingreifen von Friedrich Engels geschuldet, der dem fast unausgesetzt an schweren Nöten aller Art leidenden Freunde allezeit in hingebender Bereitwilligkeit zu Hilfe kam, aber der Öffentlichkeit gegenüber sich bescheiden im Hintergrund hielt. Als Vertrauensmann der Frau Laura Lafargue, die als literarische Erbin von Marx ihre Genehmigung zur Veröffentlichung eines Teils des Briefwechsels zu geben hatte, ist Franz Mehring an der Redaktion beteiligt gewesen. Auch hat uns N. Rjasanoff durch seine große Sachkunde wertvolle Dienste geleistet, wofür wir ihm an dieser Stelle unseren Dank aussprechen. Schöneberg bei Berlin. *A. Bebel. Ed. Bernstein.* Anmerkungen. Bei der Herstellung der Briefe für den Druck wurden folgende Grundsätze beobachtet: Der große Wert des Briefwechsels besteht darin, daß er die Ergänzung zu den von den Verfassern selbst veröffentlichten Schriften und Aufsätzen bildet, daß aus ihm die Antriebe zur Abfassung und Veröffentlichung jener Schriften, ihr unmittelbarer und weiterer Zweck ersichtlich werden, daß er tiefere Einblicke in das geistige Werden, das wissenschaftliche Arbeiten und politische Wirken der Schreiber gewährt und damit zum besseren Verständnis ihres Schaffens beiträgt, und daß er schließlich über die persönlichen Verhältnisse und Schicksale der Freunde genauere Auskunft gibt, ihre Kämpfe für die Anforderungen des Daseins, ihre menschlichen Beziehungen, Freundschaften und Feindschaften, ihre intimeren Urteile über Freunde und Feinde, über politische, soziale und literarische Vorgänge, den Wandel in verschiedenen dieser Urteile, kurz jenes Mosaik der Lebensäußerungen uns unmittelbar vor Augen bringt, dessen Einzelheiten oft unwesentlich erscheinen, das aber erst in seiner Fülle ein naturtreues Bild der Menschen erstehen, ihren Charakter, ihre Lebensauffassung und Lebensführung richtig begreifen läßt. Im Hinblick auf alles dieses sind die Briefe nur mit geringen Kürzungen zum Abdruck gebracht worden. Nur wo besonders intime Verhältnisse behandelt wurden, an die sich kein allgemeineres Interesse irgendwelcher Art knüpft, wo gleichgültige Dinge über ganz und gar gleichgültige Personen erwähnt werden, schienen Streichungen gerechtfertigt. Fortgelassen sind auch hier und dort mißfällige Bemerkungen über dritte Personen, doch betrifft dies nur solche Äußerungen, die kein politisches oder wissenschaftliches Urteil einbegriffen, das nicht schon in vorhergegangenen Briefen deutlich ausgesprochen ist. Unvermeidlich war dagegen eine gewisse philologische Behandlung der Briefe, und zwar namentlich der Briefe von Marx. Es handelt sich um den Gebrauch französischer und englischer Ausdrücke. Die betreffenden Stellen sind in den Briefen unverändert geblieben, aber in Rücksicht auf die proletarischen Leser sind den betreffenden Briefen Übersetzungsnoten beigegeben worden, von denen je nach Bedarf Gebrauch gemacht werden möge. Zum zweiten war auch eine gewisse sprachliche Redaktion am deutschen Text einzelner Briefe nicht zu umgehen. Marx läßt sich zeitweise in seinen Briefen nicht weniger drastisch aus, als dies der Olympier Goethe zu tun pflegte, und gelegentlich tut es auch Engels. Es würde aber durchaus nicht in ihrem Sinn gehandelt sein, wenn die derben Ausdrücke unverändert im Druck wiedergegeben würden. Denn weder Marx...
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Ashley Wright
11 months agoBased on the summary, I decided to read it and it creates a vivid world that you simply do not want to leave. Worth every second.