Die drei Sprünge des Wang-lun: Chinesischer Roman by Alfred Döblin

(2 User reviews)   3279
By Isabella Wilson Posted on Nov 15, 2025
In Category - Pets & Care
Döblin, Alfred, 1878-1957 Döblin, Alfred, 1878-1957
German
Ever read a book that feels like a fever dream? That's Alfred Döblin's 'The Three Leaps of Wang-lun' for you. Forget everything you know about quiet, meditative stories—this is a Chinese epic written by a German doctor, and it's wild. It follows Wang-lun, a simple fisherman's son in 18th-century China, who starts a massive rebellion of the poor and outcast, called the 'Truly Weak Ones.' They believe in yielding, not fighting. But how do you build a peaceful revolution when the empire wants to crush you? The book is chaotic, heartbreaking, and unlike anything else. It’s a forgotten masterpiece that grabs you by the collar and doesn't let go.
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wohin. Wir bleiben und wissen nicht wo. Wir essen und wissen nicht warum. Das alles ist die starke Lebenskraft von Himmel und Erde: wer kann da sprechen von Gewinnen, Besitzen?« Ich will ihm opfern hinter meinem Fenster, dem weisen alten Manne, _Liä Dsi_ mit diesem ohnmächtigen Buch. Erstes Buch Wang-lun Auf den Bergen Tschi-lis, in den Ebenen, unter dem alles duldenden Himmel saßen die, gegen welche die Panzer und Pfeile des Kaisers Khien-lung gerüstet wurden. Die durch die Städte zogen, sich über die Marktflecken und Dörfer verbreiteten. Ein leiser Schauer ging durch das Land, wo die »Wahrhaft Schwachen« erschienen. Ihr Name Wu-wei war seit Monaten wieder in allen Mündern. Sie hatten keine Wohnstätten; sie bettelten um den Reis, den Bohnenbrei, den sie brauchten, halfen den Bauern, Handwerkern bei der Arbeit. Sie predigten nicht, suchten niemanden zu bekehren. Vergeblich bemühten sich Literaten, die sich unter sie mischten, ein religiöses Dogma von ihnen zu hören. Sie hatten keine Götterbilder, sprachen nicht vom Rade des Daseins. Nachts schlugen viele ihr Lager auf unter Felsen, in den riesigen Waldungen, Berghöhlen. Ein lautes Seufzen und Weinen erhob sich oft von ihren Raststätten. Das waren die jungen Brüder und Schwestern. Viele aßen kein Fleisch, brachen keine Blumen um, schienen Freundschaft mit den Pflanzen, Tieren und Steinen zu halten. Da war ein frischer junger Mann aus Schan-tung, der das erste Examen mit Auszeichnung bestanden hatte. Er hatte seinen Vater, der allein im Fischerboot ausgefahren war, aus schwerster Seenot gerettet; ehe er dem Vater nachfuhr, gelobte er, den Wu-wei-Anhängern zu folgen. Und so ging er, kaum daß die freudevollen Examensfeiern vorbei waren, still aus dem Haus. Es war ein ehrerbietiger, etwas scheuer Jüngling, mit eingekellerten Augen, der sichtlich schwer unter seinem seelischen Zwiespalt litt. Ein Bohnenhändler, ein rippendürrer Mann, lebte fünfzehn Jahre in kinderloser Ehe. Er grämte sich tief, daß niemand nach seinem Tode für ihn beten würde, seinen Geist speisen und pflegen würde. Als er fünfundvierzig Jahre alt wurde, verließ er seine Heimat. Tsin war ein reicher Mann vom Fuße des Tschan. Er lebte in dauernder Wut, weil er, wie sehr er sein Geld schützte, alle Monate bestohlen wurde, wenn auch nur um Kleinigkeiten. Dazu kamen Erpressungen durch die Polizisten, Steuerbeamten; mehrmals brannten Häuser von ihm ab, von Böswilligen angesteckt. Er fürchtete, daß er eines Tages ohne Habe und Gut dastehen würde. Er fühlte sich macht- und rechtlos. Da verschenkte er sein ganzes Geld an blinde Musikanten, alte Hurenwirtinnen, Schauspieler; zündete selbst sein Haus an und ging in den Wald. Junge Wüstlinge zusammen mit Dirnen, die sie aus den bemalten Häusern befreit hatten, wanderten herzu. Oft sah man die Dirnen, die zu den verehrtesten Schwestern gehörten, in eigentümlichen Verzückungen unter den purpurnen Kallikarpen, in den Hirsefeldern, und hörte sie unverständlich stammeln. Sechs Freundinnen vom nördlichen Kaiserkanal, die man als Kinder verheiratet hatte, sprangen in dem Monat, in dem sie in das Haus ihrer Gatten gebracht werden sollten, mit einer Pferdekette aneinandergebunden, unterhalb ihrer Heimatstadt in den Kanal. Sie wurden, da sie beim Hineinstürzen sich an den Ufermauern verletzten, hängen blieben und laut schrien, gerettet von einigen vorüberziehenden Karrenschiebern, welche sie auf das nächste Polizeigewahrsam transportierten, nachdem sie die ganz willenlosen Mädchen mit Kleiderfetzen zur Not verbunden hatten. Als sie, auf dem Amt freundlich verpflegt, sich erholten und zurecht machten, kamen ihre Väter draußen angestürzt. Die Mädchen hörten die lärmende Auseinandersetzung mit den Wachen, stiegen durch ein hinteres Fenster hinaus und entkamen. Sie schlugen sich von Ortschaft zu Ortschaft durch, hielten sich in einer geschützten Berghöhle verborgen, verschafften sich durch Aushilfsarbeit auf den umliegenden Gehöften, in den Mühlen Nahrung. Die Jüngste von ihnen, ein fünfzehnjähriges blühendes Mädchen, die...

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Alfred Döblin, who later wrote the famous Berlin Alexanderplatz, started his career with this massive, overlooked novel. It came out in 1915 and feels light-years ahead of its time.

The Story

Wang-lun is a young man crushed by injustice. After a personal tragedy, he gathers a following of society's rejects—beggars, cripples, the desperately poor. They form a sect based on wu-wei, the Taoist idea of 'non-action' or effortless yielding. They call themselves the 'Truly Weak Ones,' refusing to fight the brutal Qing Dynasty. But their very existence becomes a threat. The novel follows their struggle across a vast, beautifully harsh landscape, as Wang-lun is forced to make three fateful 'leaps' that change everything. It's a story about trying to be good in a world built on violence.

Why You Should Read It

This book is an experience. Döblin throws you right into the middle of the action with a swirling, cinematic style. You can almost hear the crowds and feel the dust. It's not a calm historical drama; it's urgent and raw. The central question—can you change the world by refusing to engage with its rules?—feels incredibly modern. Wang-lun is a haunting hero, and his impossible choice between his ideals and the survival of his people will stick with you.

Final Verdict

This is not a breezy weekend read. It's for readers who want to be challenged and transported. If you love ambitious, genre-bending historical fiction like Hilary Mantel's work, or the philosophical depth of Hermann Hesse, you'll find a lot to love here. It's perfect for anyone tired of predictable plots and hungry for a novel with a giant, pulsing heart and a truly unique soul.



⚖️ Open Access

This digital edition is based on a public domain text. You do not need permission to reproduce this work.

Jackson Robinson
10 months ago

Surprisingly enough, the depth of research presented here is truly commendable. Truly inspiring.

Noah Anderson
7 months ago

Just what I was looking for.

5
5 out of 5 (2 User reviews )

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