Wallenstein. 2 (of 2) by Alfred Döblin

(1 User reviews)   1457
By Isabella Wilson Posted on Nov 15, 2025
In Category - Pets & Care
Döblin, Alfred, 1878-1957 Döblin, Alfred, 1878-1957
German
So, you know how most historical fiction makes you feel like you're watching a grand parade from a safe distance? Döblin's 'Wallenstein' is the opposite. It grabs you by the collar and throws you into the muddy, bloody chaos of the Thirty Years' War. This second volume follows the legendary general Albrecht von Wallenstein in his final, desperate years. It’s not about heroic battles; it's about a man who has everything—armies, power, the emperor's trust—and yet is completely, terrifyingly alone. Everyone wants something from him: his enemies, his allies, even the stars he consults. The real mystery isn't whether he'll win the next war, but whether the immense pressure he’s under will finally crack him. It’s a psychological thriller disguised as a history book.
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erniedrigen. Es ist das Vergehen einer Beleidigung der Göttlichkeit. Kriechen vor ihm, ihm ausweichen, ja ihm grollen: das mag einem Menschen gut anstehen. Ihr habt schon Gott verleugnet in dem Augenblick, wo ihr ihn nicht fürchtet. Er hat euch keine Freundlichkeit gegen sich erlaubt, ist nicht euer Vater, eure Mutter, euer Buhle, euer Herzensbruder. Er ist nicht einmal euer König und Fürst, er lehnt es ab, euer Richter zu sein; sein Gericht ist euch nicht zugänglich; er vollzieht es, wann er will und gegen wen er will. Es läßt sich nicht fassen und erforschen, wer er ist, und darum heißt es nur, Grauen vor ihm empfinden -- und so habt ihr getan, was Menschenpflicht ist. Wehe denen, die glauben, Gott sei unser Vater; es ist fast kein weiterer Schritt nötig, um Ketzerei zu üben. Es heißt: ihr sollt den Sonntag heiligen, um Gottes willen; und Gott selber wollt ihr nicht heiligen? Vergeßt nicht, wer ihr seid, von wo ihr stammt. Wißt ihr, wie die Erbsünde euer Leben eingeleitet hat? Kennt ihr alle Laster, mit denen ihr euch seit jenem Tage schleppt -- Glückstag oder Unglückstag? Seht die Niedrigkeit der Menschen, die Erbärmlichkeit ihrer Begierden -- und ihr Gotteskinder! Seht euren Tag an, gefüllt mit Arbeit, Sättigen des Leibes, mit hundertfachem Verdruß, hundertfachem Vergnügen, hingeweht das Ganze, von nicht mehr Gewicht als ein Farbenantlitz. Prozesse im Land, Mißgunst, Drang nach Reichtum, Vorrang, Aufsässigkeit der Untertanen, das ist euer Leben, wenn ihr erwachsen und alt seid. Bald mehr, bald weniger Spaß, Spiel, Männer, Weiber, Weine, Biere, Tourniere, Hirsche, Eber, Musik, Bilder, Schlaf, Stumpfheit, Behaglichkeit, Bitterkeit -- um nichts und ein bißchen. Trübsinn und Greinen, wenn ihr gichtisch werdet und krumm, mit leeren Kiefern hinter dem Ofen hockt und nur Brei schlucken könnt, Hüftweh, Stuhlbeschwerden, Harndrang, Magenkrämpfe, dann Schlaf und Schlaflosigkeit. Das ist das Leben von Kindern Gottes. Ihr schämt euch, ich fühl' es mit euch allen; man braucht dies alles nur fassen, sich erinnern, vor Augen halten. Ja, Besinnung, Erinnerung! Ruhe der Seele, Erlöschen der Begierden! Nur ihn wissen, den Gott, das Recht haben, seinen Namen zu kennen, von seinem Dasein zu hören: das ist genug und genug für uns. Das Recht haben, Gott fürchten zu dürfen: seht, ich sprech' es aus. Und ihr fühlt, daß ich die Wahrheit sage. Die Wahrheit ist mit mir. Wir wiegen uns nicht in Gefühlen und Träumereien einer Magd. Uns ist das Leben zu ernst; es ist uns gegenwärtig, wir kennen es, haben es erlitten, wissen, was uns erwartet, heute, morgen. Es wird uns kein Engel begegnen, keine Verheißung wird uns ausgesprochen. Lassen wir die Spiele den Kindern, den lieben, und den Toren, den lieben. Morgen wird die Glocke läuten, dann wird die Frühmesse sein, die Knechte werden in die Höfe stampfen, die Vögte werden hoch auf den Pferden sitzen mit Federhüten und Peitschen. Morgen früh wird die Glocke läuten: wir werden uns im Halbschlaf auf den Rücken legen, dann auffahren, unser Gebet verrichten; und das Geschrei der Kinder nach Milch und Pflege gellt in unsre Ohren. Wir schlucken unsre Frühsuppe, sie kann dünn und kalt sein, wir müssen die Gewölbe durchsehen, wo unsre Schätze und Waren stehen, die Kisten zuschlagen, bald werden die Fuhrwerke über die Brücken knarren; es muß alles verfrachtet und versiegelt sein; wir werden schimpfen mit den Knechten, man wird uns am Fuhrlohn betrügen, wir werden uns wehren; die Bauern schlurren herein. Wenn morgen die Glocke läutet, hat eine Mutter ihr Kind geboren und freut sich, ihr Mann freut sich und die Geschwister sehen sich das armselige Wurm an. Und an vielen Orten hat sich in dieser Nacht eines verändert, eines ist...

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Alfred Döblin’s ‘Wallenstein’ is a monster of a book, and this second part is where the walls close in. Forget the neat timelines you learned in school. Döblin throws you into a whirlwind of political meetings, battlefield smoke, and courtly whispers, all seen through the eyes of dozens of characters.

The Story

General Albrecht von Wallenstein is at the peak of his power, commanding vast armies for the Holy Roman Emperor during Europe's most brutal war. But power is a slippery thing. The emperor starts to fear him. Rival generals plot against him. Wallenstein himself is a mess of contradictions—a military genius who trusts astrologers, a man of immense ambition who seems increasingly weary of it all. The plot becomes a tense countdown. Can Wallenstein navigate the web of conspiracies, or is he orchestrating his own downfall?

Why You Should Read It

What hooked me was how modern it feels. Döblin isn't interested in painting a pretty historical picture. He uses short, sharp scenes, jumps between perspectives, and dives deep into the mess of human motivation. Wallenstein isn't a statue; he's a real, complicated, and often frustrating person. You feel the weight of every decision he makes. The book asks tough questions about loyalty, the cost of ambition, and what happens when one man holds too much of a nation's fate in his hands.

Final Verdict

This isn't a breezy weekend read. It’s demanding, dense, and deliberately chaotic. But if you're a reader who loves getting lost in a rich, challenging world—think of it as the literary ancestor to shows like ‘Game of Thrones’—you’ll find it incredibly rewarding. Perfect for history buffs who want the grit, not the glory, and for anyone who loves a deep, psychological character study of a man crumbling under the weight of his own legend.



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Emily Martinez
3 months ago

From the very first page, the content flows smoothly from one chapter to the next. I would gladly recommend this title.

5
5 out of 5 (1 User reviews )

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