Die Mädchen des Pensionats: Humoreske by Ernst Eckstein

(2 User reviews)   3530
Eckstein, Ernst, 1845-1900 Eckstein, Ernst, 1845-1900
German
Ever wonder what boarding school was like in 19th-century Germany? This isn't a stern historical account—it's a playful, gossipy peek behind the curtain. Ernst Eckstein gives us a boarding house full of young women who are far from the quiet, obedient students you might expect. Think secret notes, dramatic friendships, and small rebellions against strict rules, all wrapped in gentle humor. It's a charming, light-hearted read that feels surprisingly modern in its focus on the everyday dramas of young life. If you enjoy character-driven stories with a historical backdrop, this little gem is a delightful escape.
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Im Original in Antiqua gesetzter Text ist +so ausgezeichnet+. Weitere Anmerkungen befinden sich am Ende des Buches. Die Mädchen des Pensionats Humoreske von Ernst Eckstein. Mit 6 Original-Illustrationen von G. Sundblad. Fünfundzwanzigste Auflage. Berlin. Richard Eckstein Nachfolger. (Carl Hammer). 1883. Alle Rechte vorbehalten. Die Mädchen des Pensionats. Die Zöglinge des Holger'schen Pensionats, acht rosige Mädchen von vierzehn bis siebzehn Jahren, saßen eifrig plaudernd beim nachmittäglichen Kaffee. Die Vorsteherin, Fräulein Adelgunde Holger, hielt sich seit gestern behufs der Abwickelung wichtiger Geschäftsangelegenheiten in der benachbarten Residenz auf. Miß Jobbington, die englische Lehrerin, litt wieder einmal an ihrer schrecklichen Migräne. So kam es, daß die jungen Damen ausnahmsweise sich selbst überlassen waren, ein Umstand, der indeß nach der Ansicht der liberal gesinnten britischen Dulderin wenig zu besagen hatte, da innerhalb des Pensionsgebäudes keinerlei Gefahr drohte, und Josephine, die älteste der Elevinnen, eine Art mütterlicher Autorität ausübte, vermöge deren sie die abwesende Beschützerin ganz befriedigend ersetzen konnte. Josephine war nämlich verlobt, wirklich und anerkanntermaßen verlobt. Von einer Braut erwartet man mit Recht eine gewisse Haltung. Auch entehrt es kein Mädchen, dessen Herz und Hand noch frei ist, sich der höheren Würde einer Braut unterzuordnen. Josephine, Eulalie, Rosa, Martha, Iduna, Laurentia, Asta und Virginie saßen also in reizender Gruppirung beim Kaffee, als die greise Wirthschafterin auf der Schwelle erschien und die überraschende Mittheilung machte, ein junger, vornehmer Herr wünsche dringend die Vorsteherin des Pensionats zu sprechen. Die Mädchen wechselten Blicke der Rathlosigkeit und der Neugierde. [Illustration: Ein junger, vornehmer Herr wünscht dringend die Vorsteherin des Pensionats zu sprechen ...] »Was soll ich sagen?« fragte die alte Barbara, indem sie mit der Rechten die derangirte Schürze glättete. »Gehen Sie zu Miß Jobbington!« sagte Josephine. »Das englische Fräulein hat sich eingeriegelt; sie will mit keiner Seele zu thun haben«, versetzte die Wirthschafterin. »So sagen Sie, es sei Niemand zu Hause«, rief die schwarzlockige Asta mit lebhafter Stimme. »Wie unhöflich!« bemerkte die aristokratische Virginie. »Der Herr hat doch bereits gehört, daß Barbara mit uns unterhandelt.« »Er kann ja immerhin hereinspazieren, und sagen, was er will«, bemerkte Rosa. »Aber wenn es Angelegenheiten betrifft, die ... die man nicht vor aller Welt auskramen mag?« flüsterte die aschblonde Laurentia erröthend. »Wir müssen ihm überlassen, ob er uns einweihen will oder nicht«, sagte die schlanke Rosa. »Gott, am Ende ist es gar Otto«, raunte Eulalie der vollgewachsenen Iduna ins Ohr ... »Er kömmt, um Fräulein Holger zu sagen, daß er mich liebt, daß sie mir die Freiheit zurückgeben muß ...« »Oder wäre es gar Ferdinand, der Bräutigam Josephinens?« entgegnete Iduna. »Er hat immer solche Sehnsucht nach ihr. O, ich sage Dir, sie erzählt mir manchmal Dinge ...« »Nun, was soll ich dem Herrn antworten?« fragte die ehrbare Wirthschafterin, ein wenig ungeduldig. »Heißen Sie ihn eintreten!« sagte Josephine mit Würde. Barbara ging. Eine halbe Minute später trat ein elegant gekleideter Herr in die Thüre und verneigte sich mit verführerischer Anmuth. Sein sorgfältig gescheiteltes Haar stimmte vortrefflich zu den langen weißen Fingern der rechten Hand, in welcher er den blinkenden Cylinderhut hielt, während die linke, von einem safrangelben Glacé-Handschuh bedeckt, graziös auf das großkarrirte Beinkleid herabfiel. Die etwas kreischenden Lackstiefel und der blonde, seidenweiche Cotelettbart vollendeten das Bild eines Gentleman +comme il faut+. »Um Vergebung, meine Damen«, begann der Fremde, der weder Otto noch Ferdinand war, mit wohlklingender, wenn gleich etwas affektirter Stimme, »ich bin doch hier recht im Pensionate des Fräuleins Adelgunde Holger? ...« »Ja wohl, mein Herr«, sagte Josephine. »Die Frau da draußen scheint mich nämlich nicht verstanden zu haben ...« »Sie ist etwas schwerhörig«, versetzte Martha. »Sie befehlen?« fragte der Fremde. »Sie hört nicht gut«, wiederholte die Angeredete, während ihr Antlitz...

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First published in 1885, Ernst Eckstein's Die Mädchen des Pensionats (The Boarding School Girls) is a humorous sketch of life in a German girls' boarding school. Forget grand adventures or epic romances; the drama here is deliciously small-scale and personal.

The Story

The book doesn't follow one linear plot. Instead, it's a series of connected vignettes that show us the daily rhythms and minor crises of the pension. We meet a cast of young women, from the earnest to the mischievous, navigating lessons, strict teachers, and their own blossoming friendships. The 'conflict' is the gentle friction between youthful spirit and institutional order—think hidden contraband sweets, secret correspondence, and the intense, fleeting alliances that define school life.

Why You Should Read It

Eckstein's greatest strength is his affectionate, observant eye. He writes about these girls with warmth and a wink, never mocking them. Their worries and joys, though set over a century ago, feel familiar. The humor is soft and situational, coming from the universal truth of trying to carve out a little freedom and identity within a rigid system. It's a comforting, character-rich read that humanizes a historical setting.

Final Verdict

Perfect for readers who love gentle, episodic classics or anyone curious about the social history of everyday life. If you enjoy authors like Louisa May Alcott for their focus on young women's inner worlds, but would prefer something shorter and lighter with a European flavor, this is your book. It's a sweet, insightful window into a world long gone, yet filled with moments that still ring true.



📚 Public Domain Notice

This work has been identified as being free of known copyright restrictions. Knowledge should be free and accessible.

Kenneth Walker
1 year ago

Very interesting perspective.

Matthew Thompson
1 year ago

This is one of those stories where the depth of research presented here is truly commendable. Absolutely essential reading.

5
5 out of 5 (2 User reviews )

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