Klagen eines Knaben by Carl Ehrenstein

(5 User reviews)   3587
Ehrenstein, Carl, 1892-1971 Ehrenstein, Carl, 1892-1971
German
Hey, I just finished this haunting little book from 1914 called 'Klagen eines Knaben' (The Lament of a Boy). It's unlike anything I've read lately. Picture this: a young boy, maybe around 10 or 12, pouring his heart out in a series of poetic, raw, and often disturbing monologues. He's not just sad about toys or bullies—he's grappling with the big, terrifying stuff: the meaning of existence, the cruelty of the world, and a deep, aching loneliness. It's a cry from the soul that feels shockingly modern for something written over a century ago. If you're up for a short, intense, and beautifully unsettling dive into a child's troubled mind, this is it.
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Tode kannte er nur Heulen und Zähneklappern. Mutter schlug ihn, Vater auch. Aufseher stieß ihn. Kinder warfen ihn her und hin. Hunde bissen ihn, und traurig fragte er sich immer: »Warum?« Als er so groß wie ein Spaten war, mußte er einem solchen dienen. Bevor noch Sonne schien, und lange nachdem sie erloschen war, ununterbrochen, hindurch den langen Zeitraum eines Tages und einer halben Nacht, mußte er das Werkzeug bedienen. Und oft schlug ihn da der Spaten auch. Einst, als er wieder von allen geschlagen war, weinte der Knabe und dachte zu sich: »Soll ich Armer denn zeit meines Lebens, da ich in Sklaverei geboren wurde, Sklave sein, gekränkt werden von Menschen, Tieren, Dingen? Soll nie Sonne mich ruhend sehen, nie Freuden und Mädchen mich freuen? Soll ich ewig arbeiten und nie leben? Kann ich das Leben nicht finden, so will ich den Tod suchen!« Der Knabe ging aber aus, das Leben zu finden, -- nicht den Tod zu suchen, doch kam er an ein weites Wasser, und da setzte er über -- das Leben . . . Ich flog über das Wasser. Lange schwebte ich mit Vögeln in der Luft, bis ich mich hinabließ, in dem Körper eines befruchteten Weibes zu landen. Menschen kamen und töteten im Namen dessen, dessen Namen sie geraubt, und dessen Worte: »Füget eurem Nächsten nicht Übles zu!« sie nicht erhört hatten, das Weib . . . Ich entging der Frucht und flog in ein fernes Meer zum Lande der schwarzen Menschen. Dort fand ich Leute vor, die sich Missionäre der großen Seele nannten, die aber Missionäre nur des eigenen Leibes waren. Sie verwirrten die Seelen der Eingeborenen, verwüsteten ihre Körper und Länder. Ich war in den Körper eines Negers gekommen. Chwala nannte ihn die Mutter, als sie ihn sah. Sie liebte ihn und tat ihm Gutes. Kamen die Weißen zu dieser Familie. Den Vater vergifteten sie mit heißem Wasser, der Mutter zerschmetterten sie den Kopf mit einem eisernen Kreuz, die Schwestern fesselten sie und nahmen sie in ihre Häuser, und Chwala und seinen jungen Brüdern zerschnitten sie die Sehnen im Knie und warfen sie in die Bergwerke zur Arbeit. In dauernder Nacht, unter der Erde, mußte Chwala graben. Faules Wasser bekam er zu trinken, faule Überbleibsel zu essen. Manchmal, wenn die Aufseher besonders stark mit dem heißen Wasser gefüllt waren, bekam er nichts als Faustschläge. Seine Wunden im Knie eiterten. Eiter fraß Fleisch und Knochen. Der Körper war aber stark und starb nicht. Ein Aufseher war über Chwala sehr erbost. In einer Nacht verlangte er von ihm, er möge ihm die Füße küssen. Chwala stand auf und stolperte. Da schlug ihn der Aufseher mit dem Eisenknauf seiner Peitsche auf die Schläfe, in das Hirn hinein. Chwala fiel hin, und der Tod kam zu ihm . . . Wieder flog ich auf, flog über weites, weites Wasser und kam zu einem noch nicht von Weißen bedreckten Lande. Ich kam zu einem hohen Volke. Sie liebten die Sonne und den Frieden. Putamajo hieß meine Trägerin. Und wieder kamen jene, die sich Diener nennen und machten sich das Volk zum Diener. Raubend vernichteten sie Volk und Land. Mit Putamajos Körper belustigten sie sich, bis er verging . . . Ich fliege weiter, komme an jemandem vorbei. Blut quillt ihm aus den Seiten, Tränen aus den Augen, und ob der Schmerzen seiner Seele weint er und sagt: »Ich habe noch umsonst gelebt und gelitten.« Ich aber höre das Wort: noch -- und nehme es mit mir im Fluge . . . Ich fliege. Weit? Ich will nicht mehr wandern, will ruhen. Wird einer müden Seele bald eine weiße...

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Written in 1914 by the Austrian Expressionist Carl Ehrenstein, Klagen eines Knaben (The Lament of a Boy) is a prose poem more than a traditional novel. It's a single, sustained outpouring from an unnamed boy.

The Story

There's no plot in the usual sense. Instead, we are given direct access to the boy's turbulent inner world. He speaks of his isolation, his fear of adults and their incomprehensible rules, and his sense of being a stranger in his own life. Vivid, sometimes nightmarish images flow one after another—thoughts on death, God, nature, and the sheer pain of being conscious. It's less a story about events and more an experience of a profound emotional and philosophical crisis seen through a child's eyes.

Why You Should Read It

What grabbed me was its fearless honesty. This isn't a nostalgic look at childhood innocence. It's about the confusion and terror a sensitive kid can feel. Ehrenstein captures a voice that's both naive and shockingly wise. Reading it, you forget it's from 1914; the boy's feelings of alienation and his search for meaning feel immediate and real. It’s a powerful, condensed burst of emotion that stays with you.

Final Verdict

This book is perfect for readers who love poetic, psychological writing and aren't afraid of darker themes. If you enjoy authors like Franz Kafka or the early, introspective work of Hermann Hesse, you'll find a kindred spirit here. It's a short, demanding, and ultimately rewarding read for anyone who's ever felt like an outsider looking in.



⚖️ Public Domain Notice

This text is dedicated to the public domain. Knowledge should be free and accessible.

Melissa Williams
1 year ago

Based on the summary, I decided to read it and the character development leaves a lasting impact. A true masterpiece.

Noah Brown
8 months ago

Beautifully written.

Donald Ramirez
1 month ago

Read this on my tablet, looks great.

John Thomas
1 year ago

I had low expectations initially, however the flow of the text seems very fluid. A valuable addition to my collection.

Steven Perez
8 months ago

I started reading out of curiosity and the emotional weight of the story is balanced perfectly. Absolutely essential reading.

4.5
4.5 out of 5 (5 User reviews )

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