Über den Expressionismus in der Literatur und die neue Dichtung by Kasimir Edschmid

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By Isabella Wilson Posted on Nov 15, 2025
In Category - Pets & Care
Edschmid, Kasimir, 1890-1966 Edschmid, Kasimir, 1890-1966
German
Ever wonder what makes art feel like a scream instead of a whisper? Kasimir Edschmid's 1919 manifesto, 'Über den Expressionismus in der Literatur und die neue Dichtung,' is a raw, urgent answer. This isn't a dry textbook. It's a battle cry from the heart of a movement that wanted to shatter the polite, realistic storytelling of the past. Edschmid argues that after the trauma of World War I, literature couldn't just describe the world anymore—it had to explode it from the inside. He champions a new kind of writing: intense, distorted, and dripping with pure emotion. Reading this is like getting a backstage pass to one of the most radical artistic revolutions of the 20th century.
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Gesichtspunkte, welche Kreise und Stimmungen die Begründung bestimmten. Macht verband sich freilich immer mit ihr. Es war für die Zaren eine besonders lockende Vorstellung, Selbstherrscher in der Stadt desselben Konstantin zu werden, der einst verkündet hatte, daß der Wille des Kaisers Kanon für das Volk sei. Ebenso fühlte sich die Beamtenschaft, die höfische und politische Bürokratie, schon durch ihre Gewaltneigungen zu der Stätte hingezogen, wo der Zeremonialstaat, aber auch der Polizeistaat entstanden war. In einem verwandten und nur geheiligteren Drange sehnte sich die Orthodoxie danach, wieder in die Stadt des ökumenischen Patriarchen einziehen zu können, in der vordem das erste Kyrie eleison erklang. Byzanz gab dem Russischen Reiche seinen theokratischen Stil. Wie die mittelalterlichen Deutschen aus Rom das Romanische herüberholten, so nahmen die Russen in Byzanz das Griechische auf. Während den Rumänen auf dem Balkan das freilich entartete und verkümmerte Erbe des Lateinertums zufiel, übernahmen die Russen für das Slawentum die reichere und stolzere Überlieferung des oströmischen Hellenismus. Byzanz wurde nach Rußland übertragen: und nicht nur in den Symbolen, sondern vor allem in den Instinkten und Prinzipien. Nach jener symbolischen Vermählung mit der letzten Palaiologin, die man Sophia hieß, wie die große Kathedrale von Ostrom, wurden Wappen und Herrschertitel, byzantinische Etikette, aber auch byzantinisches Patriarchat, Klerikalverfassung, Klosterleben, byzantinisches Recht, das an die Stelle des normannischen trat, nach Rußland hinübergeführt. Und so fest wuchs in Moskau die Autokratie mit der Orthodoxie zusammen, so sehr wurde das Byzantinische zur Grundlage des Reichsgefüges wie Volkstums, daß man es schließlich gar nicht mehr als Byzantinismus, sondern als autochthones, altheiliges, echtrussisches Gut empfand. Und schon diese kirchen- und machtpolitische Begründung begleitete ein nationalistisches Empfinden: Kyrill und die Slawenapostel, die Schöpfer des russischen Alphabets und der altslawischen Kirchensprache, vereinigten Russentum und Byzantinertum in einer slawophilen Gesinnung, die später, als Rußland in seine historischen Gegensätze zum europäischen Westen wie zum islamitischen Orient geriet, als panslawistisches Bewußtsein der russischen Politik ihr geschichtliches Ziel geben sollte: mit dem Besitz von Byzanz diese ganze Entwicklung abzuschließen. Die Eroberung von Byzanz ist früh versucht worden. Es waren noch griechische Kaiser und bulgarische Zaren, die russische Großfürsten vom Balkan zurückschlugen. Dann kam die Zeit, in der die Mongolen über Rußland herrschten. Damals entschwand Byzanz völlig den russischen Blicken. Auf die Mongolen aber folgten im Süden von Rußland die Tataren und schoben sich trennend zwischen Moskau und den Balkan. Diesem Tatarengürtel, dem Khanat der Krim, das seine Macht um den nördlichen Rand des Schwarzen Meeres lagerte, verdanken die Balkanslawen heute, daß ihre Nationalität sich erhielt, die ohne diese Trennung vom Großslawentum in diesen Jahrhunderten der Russifizierung verfallen wäre. Als aber Moskau, als das Großrussentum, das im Großslawentum die politische Führung übernahm, wieder politische Bewegungsfreiheit erhielt und von neuem den Blick nach Byzanz hinüberwandte, da waren hier inzwischen große Veränderungen geschehen. Die Türken waren den Russen zuvorgekommen: Byzanz war mohammedanisch geworden. Kaum ließ sich in dieser Zeit das Schutzrecht über die Balkanslawen und Balkanchristen aufrechterhalten und wenigstens andeuten, das erst Peter der Große wieder gegen die Türkei ausgespielt hat, und das bis zum letzten russisch-türkischen Kriege von der russischen Politik bald mehr diplomatisch, bald mehr ideologisch ausgespielt worden ist. Es wurde früh Prinzip dieser Politik, Prinzip von Instinkten der Rasse, die ihre historischen Hemmnisse wie Möglichkeiten herauswitterte, sich immer auf der Linie des geringeren Widerstandes vorwärts zu bewegen: sinkender Staaten oder wilder, niederer, jedenfalls schwächerer Völkerschaften. Und vorläufig lag diese Türkei, der gelungen war, was Rußland versäumt oder verfehlt hatte, und die damals Ungarn, Polen, Wien bedrohte, entschieden nicht auf dieser Linie des geringeren Widerstandes, auf der die russische Politik ihre größten Erfolge erringen sollte. Vorläufig, in einer Zeit, als Europa in den Wirren...

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Forget a traditional plot. This book is a declaration of war on old ideas. Written in 1919, Edschmid's work is a core text of German Expressionism. He lays out the movement's fiery principles, arguing that literature must move beyond simply painting a picture of reality. After the horrors of World War I, artists felt that calm, objective description was a lie. Instead, Edschmid calls for writing that twists and intensifies reality to show the inner truth of human experience—the fear, the ecstasy, the chaos beneath the surface.

Why You Should Read It

This book crackles with energy. It's short, passionate, and incredibly direct. Edschmid isn't writing for academics; he's trying to start a fire. Reading it, you feel the desperation and hope of artists who believed they could rebuild a broken world through sheer creative force. His ideas help explain not just literature, but the jarring paintings and frantic films of the era. It makes you look at art differently, asking not 'Is it pretty?' but 'Does it feel true?'

Final Verdict

Perfect for anyone curious about modern art, the power of manifesto, or how historical trauma shapes culture. If you've ever been moved by a twisted painting by Edvard Munch or a frantic scene in an old silent film, this book gives you the theory behind the emotion. It's a vital, punchy piece of literary history that still feels relevant whenever artists decide to break the rules.



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Deborah Miller
1 year ago

Based on the summary, I decided to read it and the atmosphere created is totally immersive. One of the best books I've read this year.

Patricia Lee
1 year ago

Fast paced, good book.

James Thompson
6 months ago

Having read this twice, it challenges the reader's perspective in an intellectual way. I will read more from this author.

Lucas White
1 year ago

Thanks for the recommendation.

Deborah Williams
3 months ago

Five stars!

5
5 out of 5 (9 User reviews )

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