Winter. Tage. by Kasimir Edschmid

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Edschmid, Kasimir, 1890-1966 Edschmid, Kasimir, 1890-1966
German
You know that feeling when winter isn't just a season, but a state of being? That's the heart of Kasimir Edschmid's 'Winter. Tage.' (Winter Days). Forget a traditional plot—this book is a series of intense, frozen moments from the early 20th century. It follows a nameless man through a stark, snow-covered landscape, wrestling with big questions about existence, memory, and isolation. The real mystery isn't what happens next, but what's happening inside him as the cold seeps into his bones and his thoughts. It's less a story and more a mood you step into, a chillingly beautiful meditation on the human condition when the world goes quiet and white. If you've ever felt both haunted and soothed by a deep winter's silence, this slim volume will feel strangely familiar.
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gegen den Horizont beten. War dies der Beginn?, . . . mein Gott. Tags darauf fuhren wir ins Land, einen Kessel, wie Strahlen umzuckt von Gebirg. Flammend bog die Sonne, rot wie Stierblut, über die Grate. Pfeile stießen die Spitzen ins Blau, es wie ein Meer teilend, das zurückrann. Beilhiebe weißer Abhänge lagen zischend in der Luft. Hinter den Häusern war die Ebene hell mit dem dunklen Gefleck vorgeschobener Heuschober. In amethystenem Kristall stieg der Himmel ziellos. Abends setzten wir Fripouille in den Kronleuchter. Es war eine weiße schöne Frau gekommen, hell, daß die Adern herausschimmerten, mit silberblondem Haar. Sie lag neben Frau Suzanne ausgestreckt auf dem Diwan, deren Gesicht, spaniolischen Bluts und südfranzösischer Landschaft, schwer, dunkel und wild war. Zwei verschiedenere Frauen gab es nie. Sie schauten in die Höhe, ruhig und träumerisch, wo der Plafond sich zum Fenster neigte, hinter dem Feuer auf die Berge regnete im vollen Abend. Ich knipse den Leuchter auf, daß zwanzig runde Kugeln des unteren Kranzes rotes Licht in die Bernsteinaugen Fripouilles schleudern. Es ist still. Fripouille öffnet das rosa Maul, faucht und beißt in das Glas. Sein Angoraschwanz, dick wie ein Arm, sträubt sich. Er wirft entsetzt den Kopf nach oben. Da lasse ich die große Glühlampe über ihm aufbrechen, gelbes und betäubendes Licht. Der große Leuchter schwingt entsetzt in die Dämmerung. Kugeln rollen bestürzt fallend durch das Zimmer. Fripouille rennt Karussell durch den Raum. Es ist still. Fripouille schleicht zu Luchs, dem Kaninchen der weißen Frau. Luchs hockt in einem Klumpen, bebt mit dem Maul und spitzt die weißrote Nasenpartie. Er ist schwarz gefleckt, macht einen Satz und läuft voll ungeahnter Bewegung. Fripouille folgt, langsam, zurückhaltend, im Erstaunen den Schwanz senkrecht. Wir lassen eine aufgezogene Maus durch den Teppich rollen. Fripouille ist ein Feuerrad in der Luft, die Augen leuchten wie Quallen. Weich fällt der Leib aus der Schwingung auf das eiserne Tier. Die weiße Frau hebt den nachlässigen Arm vom Diwan herunter und nimmt die Maus. Fripouille wie ein Wappenlöwe mit einer steifen Tatze reißt eine rote Rinne in das weiße Fleisch. Luchs rennt verrückt ins Nebenzimmer. Fripouille folgt. Es ist still. Im Fensterbogen steht der Mond, reißt die Bogen der Berge aus der Dämmerung, spannt sie in die Wucht riesiger Linien, bricht mit Sternhimmel drüber her und leuchtet kalt. Weiße Abschwünge biegen sich wild in das brutale Blau. Fripouille schreit begehrlich. Der Kamin flackert. »Der Kater ist kastriert«, sagt Schüleins helle Stimme. Es ist still. Im oberen Fensterbogen steht die Konstellation von Venus und Jupiter, bengalisch glühend, Seite an Seite. Der Horizont hat einen grünlichen Schimmer. Die anderen Sterne sind blaß. Wir sind zur Rodelbahn gegangen. Irgendwo aus dem Schnee und dem Berg biegt eine blitzende Linie, ein bestürzendes weißes unerträgliches Licht. Aus diesem silbernen Gestirn schießen dunkel Fahrer auf Fahrer. Wir suchen lange. Ich nehme ein breites Stück aus derbem Holz, stämmig wie eine englische Dogge, mit blinkenden schmalen Kufen. Dann verlieren wir uns hinauf in das kochende Strahlen. Abfahrend oben liegen wir nach hinten, daß die Haare hinter uns fliegen. Wir brechen in die Kurven ein, fühlen berauscht die Sekunde des Schwebens am Grat des Walls und stemmen fliegend in die Bahn. Sie blitzt lang hinunter wie weißblauer Stahl. Zwischen Wällen und Fahnen spritzen wir durch. Gesichter und Farben der aufgereihten Menge kettet sich in eine Orgie zerstäubten Eindrucks in den Vorbeischwung. Wir wachsen an den Rodel. Er zischt einen kleinen Hügel hinauf, hebt sich, glänzt gierig unten mit den schmalen Kufen, wir schweben. Dann prallt er zurück, wir vereinigen uns in nachgebendem Gleiten wilden Rucks mit der Bahn. Wir heben uns toller, reißen die Flanken des...

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Kasimir Edschmid's Winter. Tage. is a unique beast. Don't come looking for a twisty plot or a cast of characters. Instead, picture this: a man, alone, walking through a relentless winter landscape. The book is built from his fragmented observations, memories, and philosophical musings as he moves through frozen fields and silent towns. The 'story' is the slow, cold journey itself—the crunch of snow underfoot, the stark black trees against a white sky, the way the cold makes the world feel both immense and terribly small. It's an internal voyage, where the external chill prompts a deep, sometimes unsettling, look inward.

Why You Should Read It

This book got under my skin. It's not a fast read; it's one you sip slowly, like a strong drink. Edschmid, a key figure in German Expressionism, paints with words. He makes you feel the cold, the loneliness, and the strange clarity that can come with it. The unnamed narrator's struggle isn't with a villain, but with time, space, and his own mind. Reading it felt like eavesdropping on someone's most profound and private winter thoughts. It’s bleak, sure, but there's a stark beauty in that bleakness that I found utterly captivating.

Final Verdict

This is a book for a specific mood. Perfect for a quiet, contemplative afternoon, preferably with a view of a grey sky. It will appeal to readers who love atmospheric, poetic prose and don't mind a narrative that prioritizes feeling over action. Think of fans of Rilke's poetry or the introspective slices of life in Knut Hamsun's work. If you need a gripping plot, maybe save this for another season. But if you're willing to be still and listen to the silence between the words, Winter. Tage. offers a uniquely chilling and rewarding experience.



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